Weshalb Hotelplan Google-Fan ist

Der Reiseanbieter mischt bei einem neuen Google-Angebot mit und hofft, es als Vehikel für eine Expansion in weitere Länder nutzen zu können.

In Kroatien verzeichnet Hotelplan Suisse ein Wachstum von 60 Prozent: Badestrand in Dubrovnik. Foto: Blake Burton (Aurora, Laif)

In Kroatien verzeichnet Hotelplan Suisse ein Wachstum von 60 Prozent: Badestrand in Dubrovnik. Foto: Blake Burton (Aurora, Laif)

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Dass Hotelplan mit Google etwas am Laufen hat, war bereits bekannt. Nun hat der Schweizer Reisekonzern Einblick in weitere Details dieser Zusammenarbeit gegeben.

Ab September ist das Tochterunternehmen der Migros in den USA mit der Buchungsplattform Bedfinder.com online gegangen, die den Kunden über die Suchmaschine von Google angepriesen wird. Die Nutzer können auf diesem Weg den gesamten Buchungsprozess erledigen, ohne die Google-Welt verlassen zu müssen. Book on Google, heisst dieser neue Vertriebskanal. Wer ein Google-Konto hat, wird mit seinen Personalien erfasst und kann auch die Bezahlung via Google auslösen. Im Hintergrund wird der Prozess aber auf Bedfinder.com von Hotelplan abgewickelt.

Weitere Märkte im Auge

Nach den USA ist das Angebot mittlerweile auch in Grossbritannien aufgeschaltet. Weitere Länder sind in Planung. Auf einer Präsentation, die Hotelplan am Dienstagabend in Zürich zeigte, sind Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien sowie Australien und ­Kanada als weitere Märkte aufgeführt, die 2017 online gehen sollen.

Den Start bezeichnet Hotelplan-Chef Thomas Stirnimann als vielversprechend. Von September bis Ende Januar seien auf diesem Weg 4,5 Millionen Franken Umsatz erzielt worden. Bis jetzt werden auf solche Art ausschliesslich Hotelübernachtungen verkauft. In Zukunft sollen ganze Reisepakete inklusive Flug und weiterer Leistungen angeboten werden. Stirnimann schwärmt davon, auf diesem Weg zu einem interkontinentalen Reiseanbieter werden zu können, ohne in den jeweiligen Ländern eine ­Infrastruktur aufbauen zu müssen. Bei Hotelplan sind in der Schweiz im ­Moment nur fünf Leute in diesem neuen Geschäftsfeld tätig. Hinzu kommen zwölf ­Mitarbeitende in einem Servicecenter in Budapest.

Heftig umkämpftes Geschäft

Das Online-Reisegeschäft ist heftig umkämpft. Und auch auf dem neuen ­Google-Kanal ist Hotelplan einer starken Konkurrenz ausgesetzt. Anbieter wie Amoma und Last Minute Travel sind analog zu Hotelplan mit Bedfinder.com ebenfalls integriert. Zudem machen Hotelportale wie Booking.com oder Expedia.com ebenfalls mit im Kampf um die besten Plätze bei Google. Bei diesen Anbietern wird der Kunde für die Buchung auf das jeweilige Portal weitergeleitet. Gleich­zeitig können die Hotels selber diesen neuen Vertriebsweg direkt nutzen.

Hotelplan hofft seinerseits, mit Bedfinder.com bei weiteren Vertriebspartnern landen zu können. Namentlich bei Metasuchdiensten wie Kayak, Trip­advisor und Trivago. Man führe bereits Verhandlungen.

Sinkende Umsätze

Neue Vertriebswege hat Hotelplan dringend nötig. Der verrechnete Umsatz der Gruppe ist 2016 gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf 1,44 Milliarden Franken gesunken. Besonders beim grössten Umsatzbringer, Hotelplan Suisse, kam es zu einem Einbruch: Der verrechnete Umsatz sank um über 10 Prozent auf 575 Millionen Franken. Operativ sind aber laut ­Thomas Stirnimann schwarze Zahlen erzielt worden.

Besonders stark waren die ­Rückgänge bei Reisen nach Ägypten, Tunesien und in die Türkei – also in Länder, in denen das Risiko von Terroranschlägen stark gestiegen ist. Diese Destinationen machten bis anhin rund ein Drittel des Geschäfts im Mittelmeerraum aus. Bei Tunesien erhole sich die Nachfrage wieder langsam. Gleichzeitig konnten alternative Destinationen zulegen. A­llen voran Kroatien, wo Hotelplan Suisse ein Wachstum von 60 Prozent verzeichnen konnte. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 01.02.2017, 22:34 Uhr

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