Zürcher Justiz steckt Pierin Vincenz in U-Haft

Der Haftrichter hat für den ehemaligen Raiffeisen-Chef Untersuchungshaft angeordnet – um zu verhindern, dass er sich abspricht oder Dokumente zerstört.

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Die Zürcher Justiz schickt den einst gefeierten Raiffeisen-Chef und ehemaligen Aduno-Verwaltungsratspräsidenten Pierin Vincenz in Untersuchungshaft. Damit soll verhindert werden, dass er sich mit weiteren Beschuldigten abspricht.

Das Zwangsmassnahmengericht Zürich sei den Anträgen der Staatsanwaltschaft III gefolgt, teilte die Staatsanwaltschaft Zürich am Freitagabend mit. Es habe für Pierin Vincenz und ein ehemaliges Verwaltungsratsmitglied der Kreditkartengesellschaft Aduno Untersuchungshaft angeordnet. Die Staatsanwaltschaft erteile vorerst keine weiteren Auskünfte, hiess es in der Mitteilung.

Anzeige von Aduno

Die Staatsanwaltschaft wirft Vincenz ungetreue Geschäftsbesorgung vor. Er soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und persönlich abkassiert haben. Vincenz bestreitet die Vorwürfe. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Ermittelt wird nicht nur gegen den früheren Banken-Chef und das ehemalige Mitglied des Aduno-Verwaltungsrats, sondern auch gegen drei weitere Personen aus dem beruflichen Umfeld von Vincenz. Auslöser für das Strafverfahren ist eine Anzeige von Aduno vom Dezember 2017.

Verdeckte Treuhandverhältnisse

Nachdem die Zürcher Justiz die Raiffeisen-Bank über das Strafverfahren informiert hatte, reichte Raiffeisen ebenfalls eine Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Chef ein. Der heutige Raiffeisen-Chef Patrik Gisel zeigte sich bei der Jahres-Pressekonferenz vom Freitag «erschüttert». Die Verdachtsmomente gegen seinen Vorgänger seien «alarmierend».

Bei Raiffeisen geht es gemäss Gisel um verdeckte Treuhandverhältnisse, dank deren sich Einzelpersonen möglicherweise bereichert haben. Der heutige Banken-Chef kündigte an, die Beteiligungen zu entflechten und Massnahmen zur Verringerung von Interessenkonflikten zu treffen. (bla/sda)

Erstellt: 02.03.2018, 21:29 Uhr

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