Schweine-Kommentar: UBS-Ökonom nimmt Auszeit

Die Entrüstung in der chinesischen Finanzbranche hält an. Mehrere Firmen nehmen die Entschuldigung der Bank nicht an.

Sturm der Entrüstung in Shanghai: Der UBS-Ökonom Paul Donovan hat sich nach seiner Schweine-Aussage eine Auszeit genommen. (Archivbild) Bild: Keystone

Sturm der Entrüstung in Shanghai: Der UBS-Ökonom Paul Donovan hat sich nach seiner Schweine-Aussage eine Auszeit genommen. (Archivbild) Bild: Keystone

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Eine Bemerkung über Schweine hat für einen UBS-Ökonomen Folgen. «Wir haben Paul Donovan gebeten, eine Auszeit zu nehmen, während wir diese Angelegenheit prüfen», sagte ein Sprecher der Grossbank am Freitag.

«Wir evaluieren, ob weitere Schritte erforderlich sind.» Hintergrund ist ein Kommentar des Chefökonomen der Vermögensverwaltungssparte.

Er sprach in einem am Mittwoch veröffentlichten Podcast über höhere Konsumentenpreise aufgrund einer in China grassierenden Krankheit bei Schweinen: «Spielt das eine Rolle? Es ist wichtig, wenn du ein chinesisches Schwein bist. Es ist wichtig, wenn man gerne Schweinefleisch in China isst», sagte er.

Broker kündigt Geschäftsbeziehung

Das hatte in der chinesischen Finanzbranche einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der Broker Haitong International, Hongkong-Tochter des chinesischen Brokers Haitong Securities, kündigte darauf seine Geschäftsbeziehungen mit der UBS auf.

«Es gibt keinen klaren Zeitplan, die Zusammenarbeit wieder aufzunehmen, das ist eine Entscheidung des Managements», erklärte Haitong. Zuvor hatte der Chef des Instituts, Lin Yong, den Schritt über eine Chat-Nachricht angekündigt.

Die UBS hatte sich zwar für den Kommentar entschuldigt – doch einige Firmen haben die Entschuldigung nicht angenommen. Zwar hat bislang kein anderes Unternehmen seine Geschäftsbeziehung zur UBS aufgekündigt. Doch der chinesische Wertpapier-Verband empfahl seinen Mitgliedern am Freitag, Donovan nicht mehr zu zitieren oder zu Veranstaltungen einzuladen. Der Ökonom liess Anfragen für einen Kommentar unbeantwortet.

China ist für die Schweizer Grossbank ein wichtiger Markt, in dem sie sich auch künftig gute Geschäfte erhofft.

(oli/sda)

Erstellt: 14.06.2019, 21:14 Uhr

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