Rohstoffe sind zu billig

Der Sand-Raubbau ist ein Beispiel dafür, dass Politik und Wirtschaft nach wie vor nicht in Kreisläufen denken.

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Wer denkt schon an Sand, wenn man von knappen Gütern spricht? Knapp ist sauberes Wasser in armen Ländern, saubere Luft in Megastädten, der Siedlungsboden weltweit. Nun aber warnt die UNO-Umweltorganisation Unep davor, den Baustoff Sand rücksichtslos abzubauen. Bereits werden für den Bau von Häusern und Strassen wertvolle Strände, gar ganze Inseln abgetragen. Regierungen und Bauherren schonen in vielen Ländern die natürlichen Ressourcen nicht. Der Bauboom macht blind oder ignorant.

Der Sand-Raubbau ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Politik und Wirtschaft nach wie vor nicht in Kreisläufen denken. Die Natur kann nicht ohne Ende ausgebeutet werden. Es gibt keine eigentliche Ressourcen-Politik. Sonst müsste der Preis des Baustoffs längst angestiegen sein.

Es ist eine unendliche Geschichte, bekannt aus Klimaschutz und Energiewende. Umweltkosten fliessen nicht in die Preiskalkulation. Ein Liter Treib- und Brennstoff oder eine Kilowattstunde Strom aus einem Kohlenkraftwerk sind deshalb zu billig. Und eben auch eine Tonne Sand. Weil die Rendite und nicht ein ökologisches Bewusstsein den Markt steuert, ist letztlich die Kostenwahrheit der entscheidende Faktor, um die Umwelt zu schonen.

Kein Interesse an Recycling

Dabei geht der Umgang mit Ressourcen vielfach vergessen. Das gilt oft auch für ökologische Innovationen. Die Herstellung von Solarzellen zum Beispiel verbraucht ebenfalls Materialien, die nur knapp vorhanden sind. Die Emissionen von Treibhausgasen liessen sich schon heute durch neue Technologien deutlich senken. Die Frage ist stets, wie viele knappe natürliche Güter dafür verwendet werden müssen.

Das Wissen, wie ein Produkt entsteht, wie es verbraucht wird und anschliessend rezykliert werden kann, ist entscheidend. Für Forscher und Entwickler ist das inzwischen selbstverständlich. Die Politik jedoch will davon oft nichts wissen. Anders kann man die Einschätzung der UNO-Umweltorganisation nicht deuten: Sie geht davon aus, dass die Regierungen so lange Sand zum Bauen verschwenden, bis die Wirtschaft bedroht ist. Dann ist es aber zu spät.

Erstellt: 10.05.2015, 23:21 Uhr

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