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Ackermann und Co. müssen in Deutschland vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft wirft den Managern vor, Falschaussagen im Kirch-Prozess gemacht zu haben, um Schadenersatzzahlungen zu verhindern.

Hat er Falschaussagen gemacht? Josef Ackermann am European Banking Congress, als er noch Chef der Deutschen Bank war. (18. November 2011)
Hat er Falschaussagen gemacht? Josef Ackermann am European Banking Congress, als er noch Chef der Deutschen Bank war. (18. November 2011)
Boris Rössler, Keystone

Der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, muss sich zusammen mit dem aktuellen Co-Chef Jürgen Fitschen und weiteren Managern wegen versuchten Betrugs im Kirch-Prozess verantworten.

Das Landgericht München hat die entsprechende Anklage in vollem Umfang zugelassen. Dies sagte eine Gerichtssprecherin der Deutschen Presse-Agentur in München.

Der Prozess soll Ende April beginnen. Die Münchner Staatsanwaltschaft wirft den Managern vor, im Verfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) München falsche Angaben gemacht zu haben, um Schadenersatzzahlungen an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch zu verhindern.

Kirch hatte die Bank und deren Ex-Chef Rolf Breuer zeitlebens für die Pleite seines Medienkonzerns verantwortlich gemacht. Breuer hatte Anfang 2002 in einem TV-Interview Zweifel an Kirchs Kreditwürdigkeit geäussert. Wenige Wochen später meldete Kirch Insolvenz an. Es folgte eine Welle von Prozessen. Anfang 2014 einigte sich die Bank mit den Kirch-Erben auf einen Vergleich und zahlte 925 Millionen Euro.

Anklage weist Vorwürfe zurück

Dennoch ermittelte die Staatsanwaltschaft in Sachen Prozessbetrug weiter. Weil die Bank letztlich gezahlt hatte, lautet der Vorwurf nun: versuchter Prozessbetrug in einem besonders schweren Fall. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Ackermann war der Nachfolger von Rolf Breuer und stand bis Ende Mai 2012 an der Spitze der Deutschen Bank. Er war wie kaum ein Banker für viele eine Reizfigur.

Ob sein Millionengehalt oder offene Worte zu schwierigen Finanzproblemen: Der meist freundlich lächelnde Manager hatte den Ruf eines knallharten Bankers. Zwei zum Siegeszeichen erhobene Finger im Mannesmann-Prozess 2004 haften ihm bis heute als Symbol von Arroganz an. In der Finanzkrise präsentierte sich der heute 67-Jährige geläutert: Er räumte Fehler der Banken ein.

Ackermann kehrte nach seinem Rücktritt bei der Deutschen Bank in die Schweiz zurück und war von März 2012 bis im Sommer 2013 Präsident des Versicherungskonzerns Zurich.

SDA/pst

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