Amazon-Mitarbeiter sollen Kundendaten verkauft haben

Unter anderem sollen E-Mail-Adressen von Kunden weitergegeben worden sein, die bei Amazon Bewertungen abgegeben haben.

Der Konzern bestätigt interne Untersuchungen: Firmenlogo am Logistikzentrum im französischen Boves. (8. August 2018)

Der Konzern bestätigt interne Untersuchungen: Firmenlogo am Logistikzentrum im französischen Boves. (8. August 2018) Bild: Pascal Rossignol/Reuters

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Der Online-Versandhändler Amazon untersucht den mutmasslichen Verkauf vertraulicher Kundendaten durch eigene Mitarbeiter. Das berichtet das «Wall Street Journal». Demnach geht der Konzern dem Verdacht nach, dass Angestellte Kundendaten mithilfe von Vermittlern an externe Händler gegeben haben und dafür Schmiergeldzahlungen erhielten. Die Daten sollen vor allem an Händler in China gegangen sein, die ihre Produkte über den Marketplace anbieten. Auf der Plattform können von Amazon unabhängige Händler ihre Ware verkaufen.

Dem Bericht zufolge sollen die Zwischenhändler die sensiblen Daten für Summen zwischen 80 und 2000 Dollar angeboten haben. Darunter seien etwa bestimmte Vertriebskennzahlen sowie E-Mail-Adressen von Kunden, die Bewertungen auf Amazon abgegeben haben. Ausserdem sollen den Händlern Möglichkeiten angeboten worden sein, negative Bewertungen zu löschen und gesperrte Amazon-Accounts wieder freizuschalten.

Häufige Kritik an Marketplace

Amazon bestätigte, dass Untersuchungen gegen Mitarbeiter laufen. «Wir erwarten von unseren Mitarbeitern hohe ethische Standards und jeder, der gegen unseren Kodex verstösst, muss mit disziplinarischen Massnahmen rechnen, einschliesslich der Kündigung», teilte eine Sprecherin mit. Gleiches gelte für die Anbieter. «Wir haben keine Toleranz für den Missbrauch unseres Systems. Wenn wir schlechte Anbieter finden, die sich so verhalten haben, werden wir schnell gegen sie vorgehen.»

Amazon steht für seinen Marketplace häufiger in der Kritik. Die Plattform hat den Umsatz des Konzerns erheblich wachsen lassen, allerdings ist der Marketplace mit seinen rund zwei Millionen Anbietern auch schwer zu kontrollieren. Immer wieder beschweren sich Unternehmen, dass Fälschungen ihrer Produkte auf der Plattform zu finden sein. Der deutsche Schuhhersteller Birkenstock beendete deshalb bereits seine Zusammenarbeit mit dem US-Konzern. (SZ/jps)

Erstellt: 17.09.2018, 08:52 Uhr

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