Bei Richemont ist die Party vorbei

Im ersten halben Jahr bricht der Reingewinn beim Luxusgüterhersteller Richemont um die Hälfte ein. Es kommt gleich zu mehreren Wechseln in der Chefetage.

Sind die fetten Jahre vorbei? Richemont-Hauptsitz in Bellevue in der Nähe von Genf. (22. April 2010)

Sind die fetten Jahre vorbei? Richemont-Hauptsitz in Bellevue in der Nähe von Genf. (22. April 2010) Bild: Martial Trezzini/Keystone

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Für das erste Halbjahr vermeldet Richemont einen Einbruch beim Reingewinn von 51 Prozent auf 540 Millionen Euro. Bereits im September hatte der Luxusgüterhersteller auf schlechte Geschäftsverläufe verwiesen.

Die Umsätze mit Marken wie Cartier oder Montblanc reduzierten sich in der der Berichtswährung Euro um 12 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. In Lokalwährungen ging der Umsatz um 13 Prozent zurück.

Wie der Konzern am Freitag mitteilte, spiegle dieser Rückgang vor allem eine generell schwache Nachfrage nach Uhren wider, eine Belastung seien aber auch Rückkaufaktionen von Produkten gewesen. Der operative Gewinn sank um 43 Prozent auf 798 Millionen Franken im ersten Halbjahr, das per Ende September endete.

Konzernchef geht in Pension

Richemont reagiert mit einer Veränderung der Führungsstruktur auf neue Herausforderungen in der Branche. Konzernchef Richard Lepeu tritt per Ende März 2017, wenn er sein Pensionsalter erreicht hat, von seinem Posten zurück.

Ein Nachfolger ist noch nicht bestimmt. Ausserdem wird Finanzchef Gery Saage seinen Posten per Ende Juli 2017 abgeben, um zu seiner Familie in die USA zurückzukehren. Seine Funktion wird sein Stellvertreter Burkhart Grund übernehmen, wie Richemont am Freitag weiter mitteilte.

Firmengründer Johann Rupert wird den Angaben zufolge derweil weiterhin als exekutiver Verwaltungspräsident amten. Dazu sollen an der kommenden Generalversammlung vom September 2017 folgende Manager von Richemont-Marken in den Verwaltungsrat gewählt werden: Nicolas Bos (als CEO Van Cleef), der künftige - und heutige Vizefinanzchef Burkhart Grund, Georges Kern (CEO von IWC) sowie Jérôme Lambert (CEO Montblanc).

Zurücktreten aus dem Gremium werden derweil neben dem bereits erwähnten Richard Lepeu auch noch Yves-André Istel, Bernard Fornas, Simon Murray, Norbert Platt, Lord Renwick of Clifton, Juergen Schrempp und der Duke of Wellington. (bee/sda)

Erstellt: 04.11.2016, 10:15 Uhr

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