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UPC streicht bis zu 160 Stellen

Bei der Telecomfirma müssen die Mitarbeiter um ihre Jobs bangen. Bis zu 10 Prozent der Belegschaft könnten ihre Stelle verlieren.

Philipp Felber-Eisele
Bei UPC kommt es zu einem grösseren Stellenabbau.
Bei UPC kommt es zu einem grösseren Stellenabbau.
Manuel Lopez, Keystone

Nach dem gescheiterten Deal mit Sunrise muss die Belegschaft bei UPC bluten. Wie das Portal «Inside Paradeplatz» heute meldet, werden nun Stellen im grossen Stil abgebaut. Giorgio Pardini, Leiter der Sektion ICT bei der Gewerkschaft Syndicom, bestätigte die Meldung gegenüber dieser Zeitung. Auch UPC hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet.

UPC hat diese Woche seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitgeteilt, dass es zu einem Abbau kommt. Das Konsultationsverfahren zu diesem Schritt startete bereits im Dezember, wie die Syndicom in einem Info-Mail an ihre Mitglieder schreibt, das dieser Zeitung vorliegt.

Wie viele Jobs genau abgebaut werden, ist noch nicht abschliessend definiert. Bis zu 160 Stellen sind jedoch gefährdet. Das sind rund 10 Prozent der gesamten Belegschaft bei UPC. Alle Betroffenen profitieren von einem Sozialplan, heisst es bei Syndicom. Pardini spricht davon, dass UPC zuerst gar noch mehr Stellen abbauen wollte, während des Konsultationsverfahrens die Zahl jedoch nach unten korrigiert werden konnte.

Betroffen sind laut Pardini Mitarbeiter aus allen Bereichen von UPC Schweiz an den Standorten in den Kantonen Zürich und Waadt. «Es war zu erwarten, dass es zu einem Abbau kommt nach dem geplatztem Deal mit Sunrise. Jeder Abbau schmerzt, für uns war es aber wichtig, eine gute Lösung mit der Firma zu finden.»

Geplatzter Deal mit Sunrise

Eigentlich wollte Sunrise im vergangenen Jahr den Konkurrenten UPC schlucken. Doch nach einem Tauziehen zwischen Aktionären und Sunrise selbst platzte der Deal im Oktober endgültig. Die 6,3 Milliarden teure Übernahme scheiterte vor allem an der Opposition von Sunrise-Grossaktionär Freenet.

Bei UPC heisst es auf Anfrage, dass der geplatzte Deal mit Sunrise nicht der Auslöser für den Abbau sei. «Diese Massnahmen waren bereits Teil des Wachstumsplans von UPC von Anfang an, um eine weitere Vereinfachung und Digitalisierung des Geschäfts zu erreichen – was unabhängig von diesem oder einem anderen strategischen Ereignis durchgeführt worden wäre», schreibt eine Sprecherin. Dieser Wachstumsplan sei vor 18 Monaten entworfen worden. Das Ziel sei es, eine agilere Organisation zu realisieren und damit ein Geschäftswachstum zu sichern.

Allerdings hat dieser Wachstumsplan bisher noch nicht gegriffen. UPC hatte erst vergangene Wochen seine Zahlen für das letzte Jahr veröffentlicht. Und diese sind alles andere als berauschend. Wie schon im Vorjahr verlor UPC Kunden und machte weniger Umsatz. Einzig die Geschwindigkeit des Rückgangs bei den Abos konnte UPC bremsen. 2018 gingen über 150'000 Abos verloren, 2019 waren es noch 68'000.

UPC sei bestrebt, den Abbau durch natürliche Fluktuation und Massnahmen wie interne Wechsel oder Frühpensionierungen zu erreichen, wo immer dies möglich sei, sagt eine Sprecherin. Man beabsichtige, das endgültige Betriebsmodell bis Ende April 2020 festgelegt zu haben. Dann sollte Klarheit herrschen, wie viele Jobs tatsächlich wegfallen.

Nachdem der Deal zwischen UPC und Sunrise nicht zustande gekommen war, kam es an der Spitze von UPC in der Schweiz zu einem Chefwechsel. Severina Pascu wechselte zu Virgin Media, der grössten Tochtergesellschaft der UPC-Mutterkonzerns Liberty Global. An ihrer Stelle wirkt nun Baptiest Coopmans.

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