Bericht: Automanager Ghosn erneut festgenommen

Gegen den früheren Nissan- und Renault-Chef Carlos Ghosn soll es neue Vorwürfe geben.

Hat er Nissan-Gelder für private Zwecke abgezweigt? Carlos Ghosn. (3. April 2019)

Hat er Nissan-Gelder für private Zwecke abgezweigt? Carlos Ghosn. (3. April 2019) Bild: Sadayuki Goto/Keystone

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Der frühere Nissan- und Renault-Chef Carlos Ghosn ist in Japan erneut festgenommen worden. Staatsanwälte hätten sich am Donnerstagmorgen zum Haus des Automanagers in Tokio begeben und ihn anschliessend in Gewahrsam genommen.

Dies berichtete unter anderem der Fernsehsender NHK am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft in Tokio habe gegen den kürzlich auf Kaution freigelassenen Automanager erneut Haftbefehl erlassen, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am frühen Donnerstagmorgen. Die Staatsanwaltschaft ermittle wegen weiterer Vorwürfe des schweren Vertrauensbruchs gegen Ghosn.

Der wegen Finanzdelikten ohnehin schon angeklagte Ghosn war Anfang März nach mehr als 100 Tagen gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Ihm wird vorgeworfen, jahrelang ein zu niedriges Einkommen bei Nissan deklariert und persönliche Verluste auf den Autobauer übertragen zu haben.

Protest vom Anwalt

Bei den neuen Vorwürfen soll es um den Verdacht der schweren Untreue gehen: Laut der Nachrichtenagentur Jiji Press soll der Automanager zwischen 2012 und 2018 Gelder von Nissan für private Zwecke abgezweigt und davon unter anderem eine Luxusyacht finanziert und Investitionen in das Unternehmen seines Sohnes getätigt haben.

Am Mittwoch hatte der in Japan angeklagte Automanager für kommende Woche eine Pressekonferenz angekündigt. «Ich bereite mich darauf vor, die Wahrheit darüber zu sagen, was passiert», hatte er auf Twitter geschrieben.

Die erneute Festnahme des früheren Chefs von Renault und Nissan, Ghosn, ist nach Ansicht seines Anwalts «extrem unangemessen». Es sei vollkommen unverständlich, warum Ghosn jetzt erneut festgenommen werden müsse, sagte sein Anwalt Junichiro Hironaka am Donnerstag. Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft verglich er mit einer Geiselnahme. (chk/sda)

Erstellt: 04.04.2019, 02:53 Uhr

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