Bis zu 100'000 KV-Jobs gefährdet

In zehn Jahren könnten Tausende KV-Jobs vernichtet worden sein, prophezeit eine neue Studie. Warum das so ist – und die Vorteile.

Akten einordnen ist bald nicht mehr: Eine KV-Lernende mit Ordner im Büro des Kaufmännischen Verbandes Schweiz. (10.06.2015)

Akten einordnen ist bald nicht mehr: Eine KV-Lernende mit Ordner im Büro des Kaufmännischen Verbandes Schweiz. (10.06.2015) Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Die Digitalisierung wird die kaufmännischen Berufe in Zukunft umkrempeln - und mehrere KV-Jobs werden ins Ausland verlagert werden. Die Folge: In der Schweiz sind in den nächsten fünf bis zehn Jahren 30'000 bis 100'000 KV-Jobs gefährdet, so lautet das Fazit aus zwei Studien, die der Kaufmännische Verband in Auftrag gegeben hat. Von der Verlagerung besonders betroffen seien die Bereiche Rechnungswesen, Informatik, Kundenbetreuung und Personalmanagement.

130'000 KV-Leute sollten sich weiterbilden

Digitalisierung, Offshoring: das ist auf den Kostendruck zurückzuführen. Folglich gehen die Studienautoren davon aus, dass Firmen mit internationaler Ausrichtung und hohem Wettbewerbsdruck eher Jobs verlagern werden. Besonders betroffen sind darum die Branchen Industrie, Finanzen, ICT und das Gesundheitswesen.

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Am wenigsten gefährdet seien Leute, die nicht nur über die Grundbildung verfügen. Insgesamt 130'000 (von rund 590’000) KV-Angestellte hätten Ausbildungsbedarf. Der Verband betont aber explizit, dass nicht die Gesamtzahl der exponierten Jobs über kurz oder lang tatsächlich ausgelagert wird.

Weniger Routine, mehr Kompetenz

Die Digitalisierung bedeutet laut den Studien, dass in KV-Berufen vor allem Routineaufgaben automatisiert werden. Neu gefragt seien hohe Sozialkompetenzen, der Umgang mit neuen Technologien und spezialisierte Fachgebiete. Vom Sachbearbeiter zum Vermittler

Die Umwälzungen in der Branche seien aber nicht nur negativ. Angestellte würden in Zukunft öfter projektbasiert beschäftigt. Die Teams würden deswegen immer wieder neu zusammengesetzt. Kaufmännische Angestellte müssten sich zu Vermittlern und Managern entwickeln, sagt Sybille Sachs, Studienverantwortliche und Professorin für Management an der Hochschule für Wirtschaft Zürich. Die Arbeit werde interessant, kreativ und weniger repetitiv.

Übernommen von 20 Minuten, bearbeitet von Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Erstellt: 23.11.2016, 11:58 Uhr

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