Börsenneuling verdrängt Julius Bär aus dem SMI

Neuzugang im Schweizer Leitindex: Alcon kommt, Novartis verliert an Gewicht.

Neuzugang im SMI: Alcon, die Novartis-Tochter aus der Augenheilsparte verdrängt Julius Bär.

Neuzugang im SMI: Alcon, die Novartis-Tochter aus der Augenheilsparte verdrängt Julius Bär. Bild: Keystone

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Mit der Abspaltung der Augenheilsparte Alcon vom Mutterkonzern Novartis und deren Kotierung an der Börse kommt es am Dienstag zu einer ausserplanmässigen Anpassung des Swiss Market Index (SMI). Alcon wird auf Anhieb in den Leitindex der Schweizer Börse aufgenommen.

Herausfallen wird mit Julius Bär eine Bank. Im Leitindex vertreten sein werden damit aus der Branche nur noch die Grossbanken UBS und Credit Suisse. Allerdings haben auch diese beiden seit der Finanzkrise im SMI deutlich an Gewicht verloren.

In den letzten Jahren an Bedeutung zugelegt haben dagegen der Lebensmittelkonzern Nestlé sowie die Pharmakonzerne Novartis und Roche: Die drei Index-Schwergewichte machen zusammen über 50 Prozent des SMI aus. Verändert sich der Kurs deren Aktien respektive Genussscheine, hat das entsprechend starke Auswirkungen auf den gesamten Index.

Eindrücklich zeigt sich dies etwa bei dem deutlichen Anstieg des SMI seit Anfang Jahr: Fast die Hälfte des Punktezuwachses ist dabei auf den Kursanstieg bei Nestlé zurückzuführen.

Pharmabranche legt zu

Berechnet wird der SMI anhand des Börsenwerts der Unternehmen sowie des Volumens der an der Börse gehandelten Anteilscheine. Um die Dominanz der drei SMI-Schwergewichte etwas zu brechen, werden bei der Indexberechnung die Werte der ganz grossen Unternehmen seit Herbst 2017 gekappt.

Mit der Abspaltung von Alcon wird Novartis nun aber ohnehin an Gewicht im SMI einbüssen. Die Pharmabranche insgesamt wird dagegen aber etwas an Gewicht zulegen. Zum SMI zählen jeweils jene 20 Unternehmen, deren Durchschnittswert aus Marktkapitalisierung und jährlichem Handelsvolumen am grössten ist.

Für eine Neuaufnahme gibt es aber zusätzliche Regeln, um einen zu häufigen Wechsel im Index zu vermeiden. So ist es gut möglich, dass die nach den massgebenden Parametern berechnete Nummer 22 der Schweizer Börse weiterhin in den Top 20 weilt.

Indexzugehörigkeit nicht nur Prestigesache

Neben dem SMI gibt es noch weitere Indices, deren Zusammensetzung und Wert auf ähnliche Art und Weise berechnet werden. So umfasst der Swiss Leader Index (SLI) die 30 grössten Unternehmen der Schweizer Börse. Und der SMI Mid (SMIM) besteht aus jenen 30 Unternehmen, die unmittelbar hinter dem SMI rangieren. Der Swiss Performance Index (SPI) schliesslich soll ein Abbild nahezu aller an der SIX kotierten Unternehmen sein.

Nebenbei gemerkt: Die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Index ist viel mehr als einfach eine Frage des Prestiges. Vor allem der SMI wird weithin als Vergleichsmarke für Anlagen herangezogen. Auch gibt es Fondsprodukte, die einen Index nachahmen. Zudem dürfen viele institutionelle Anleger nur in Titel investieren, die in bestimmten Indices vertreten sind. Daher kann es, sobald eine Änderung im SMI bekannt wird oder Spekulationen darüber aufflammen, zu unerwarteten Kursbewegungen in einzelnen Aktientiteln kommen. (sda)

Erstellt: 08.04.2019, 11:44 Uhr

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