Chef von BMW Schweiz per sofort entlassen

Kurt Egloff, der Chef der Schweizer Niederlassung, musste gehen. Er soll sich nicht an die internen Compliance-Regeln des Konzerns gehalten haben.

Kurt Egloff an einer Pressekonferenz im Oktober 2016 in Bern. Foto: Marcel Bieri (Keystone)

Kurt Egloff an einer Pressekonferenz im Oktober 2016 in Bern. Foto: Marcel Bieri (Keystone)

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Noch Anfang März traf Kurt Egloff mit Bundesrat Guy Parmelin und SBB-Chef Andreas Meyer am Auto-Salon in Genf zusammen. Der Chef von BMW Schweiz und der Bahnmanager rührten am Messestand von BMW die Werbetrommel für nachhaltige Mobilität. Bilder und eine Pressemitteilung zur Begegnung finden sich auf der Website von BMW.

Einen Monat später war Egloff weg vom Fenster. Der 57-jährige Schweizer Automanager wurde mit sofortiger Wirkung entlassen, für ihn rückte übergangsmässig Finanzchef Hauke Devers an die Spitze. Eine Pressemitteilung zu dieser prominenten Personalie ver­öffentlichte der deutsche Autobauer aber nicht.

Kurt Egloff (r.) mit SBB-Chef Andreas Meyer (l.) und Bundesrat Guy Parmelin am Auto-Salon in Genf. Foto: BMW (Schweiz) AG, Thomas Buchwalder

Seitdem rätselte die Autobranche darüber, was sich bei der Schweizer Tochter des Münchner Konzerns ereignet hatte. Der BMW-Chef erschien als «einer der beeindruckendsten Freizeit-Golfer» («Schweizer Illustrierte») nicht nur regelmässig in den Spalten der Ringier-Presse, sondern hatte auch den Ruf eines sehr erfolgreichen Geschäftsführers. Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren übernahm Kurt Egloff das Amt des Präsidenten und Geschäftsführers von BMW Schweiz.

Absatzrekord vermeldet

Egloff war zuvor in der gleichen Funktion für die österreichische BMW-Tochter zuständig gewesen. Während seiner Amtszeit in Salzburg waren die Verkaufszahlen auf ein Rekordniveau gestiegen. Und auch in der Schweiz konnte BMW letztes Jahr unter der Leitung von Egloff mit erstmals mehr als 30'000 verkauften Autos einen neuen Absatzrekord vermelden. Damit ist BMW der «erfolgreichste Anbieter von Automobilien des Premiumsegments», teilte BMW Schweiz noch Anfang Jahr mit.

Insider, die mit dem Fall vertraut sind, berichten, dass Egloff sich offenbar «nicht an die internen Richtlinien gehalten» habe. Es soll dem Vernehmen nach um innerbetriebliche Compliance-Regeln gehen, also die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien, aber auch um den freiwilligen Kodex im Unternehmen.

Ein Zusammenhang mit der jüngsten Diskussion um eine angeblich illegale Abschalteinrichtung bei Dieselmodellen des Konzerns bestehe demnach nicht. BMW Schweiz sagt auf Anfrage bloss, dass Egloff per sofort seines Amtes enthoben worden sei und man sich zu den Gründen dafür nicht äussern wolle. Auch Egloff selbst wollte seine Absetzung nicht kommentieren.

Erstellt: 04.05.2018, 09:26 Uhr

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