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«Das nächste Buch schreibe ich auf dem Mond»

Der Milliardär und Virgin-Gründer Richard Branson will ins Weltall. Er macht damit Elon Musk und Jeff Bezos Konkurrenz.

«Wer etwas billiger anbietet, ist normalerweise erfolgreicher»: Virgin-Gründer Richard Banson weiss, wovon er spricht. Foto: Anthony Kwan (Bloomberg)
«Wer etwas billiger anbietet, ist normalerweise erfolgreicher»: Virgin-Gründer Richard Banson weiss, wovon er spricht. Foto: Anthony Kwan (Bloomberg)

Sir Richard Branson, Sie wollen den nächsten Teil Ihrer Biografie im Weltall schreiben. Haben Sie einen Lieblingsort?

Ich fände es ganz schön, dies auf dem Mond zu tun, lieber als auf dem Mars. Vom Mond aus ist es einfacher, in Richtung Erde zu schauen. Ja, mein nächstes Buch schreibe ich in einem Liegestuhl auf dem Mond – mit einem Blick zurück auf die Erde.

Ihr Unternehmen Virgin Galactic will mit dem neuen Spaceship Two aber erst einmal den Erd-Orbit ansteuern. Wann ist es denn so weit?

Ich hoffe, dass unser Raumschiff namens VSS Unity noch in diesem Jahr starten kann und wir im Herbst zumindest unsere Astronauten im All haben werden, die es fliegen. Und ich vermute, dass ich selbst im Frühjahr 2019 im Orbit sein werde.

Wie viele Starts planen Sie für das kommende Jahr?

Das weiss ich noch gar nicht. Jetzt ist es erst einmal wichtig, die VSS Unity sicher ins All zu bekommen. Der Abstand zwischen den Flügen wird kleiner, wenn wir uns wirklich auf das Raumschiff verlassen können. Im kommenden Jahr werden wir ausserdem im Januar und Juni zwei weitere Raumgleiter bekommen. Wenn ich dann drei Raumschiffe am Spaceport America in New Mexico habe, sollten wir Mitte nächsten Jahres einige Flüge von dort aus starten können.

Unternehmer wie Tesla-Chef Elon Musk und Amazon-Chef Jeff Bezos liefern sich gerade ein Rennen: Wer ist schneller und besser im Weltraum? Und Sie sind mittendrin im Space Race.

Wer ist schon Jeff Bezos? Nein, im Ernst – im Wettbewerb mit dem reichsten Menschen der Welt zu stehen, ist eine interessante Herausforderung. Ich habe grossen Respekt vor Jeff und Elon, letztlich konkurrieren wir nicht wirklich miteinander. Die Nachfrage von Leuten, die ins Weltall wollen, ist riesig gross. Wir werden diesen Bedarf nicht befriedigen können, nicht mal nach vielen Jahren. Das Schöne ist doch, dass wir drei die Dinge sehr unterschiedlich angehen.

Aber in Konkurrenz zueinander.

Okay, wir bringen bald mit ­Virgin Galactic Menschen ins All, das will auch Jeff Bezos. Wir wollen mit Virgin Orbit aber auch Satelliten hochschiessen. Da ­stehen wir dann im Wettbewerb mit Elon.

«Als junger Entrepreneur habe ich bereits die Kunst des Delegierens gelernt.»

Werden Sie mit ihm irgendwann eine Party auf dem Mars feiern?

Das ist eines Tages vielleicht gut möglich, wenn das Interesse da ist und wir genug Geld dafür ­haben, um grössere Raketen bauen und tiefer ins All fliegen zu können.

Manche Start-ups schwören auf Asteroid Mining, den Abbau von Rohstoffen im Weltall. Ein attraktives Geschäft für Sie?

Virgin Orbit wird auf jeden Fall Raketen bauen, die dafür geeignet wären. Asteroid Mining ist aber sehr teuer und nicht meine erste Priorität.

Sie haben Ihre Karriere vor knapp fünfzig Jahren mit einem Schallplattengeschäft begonnen. Wie kamen Sie darauf, mit dem Verkauf von Musik Geld zu verdienen?

Ich habe viele Schallplatten ­gekauft, und das war sehr teuer. Da habe ich mir gedacht, die ­Leute sollten doch die Möglichkeit haben, Musik billiger zu bekommen. Und wer etwas billiger anbietet, ist normalerweise erfolgreich.

Das war sozusagen Ihre Art der Disruption, also den Markt umzukrempeln.

Ja, so haben wir das grösste ­unabhängige Schallplattenlabel der Welt aufgebaut – auch mit Künstlern, die noch keinen ­Vertrag hatten und sehr erfolgreich wurden. Ich denke nicht ­darüber nach, wie ich Geld ­verdienen kann, sondern eher, wie ich etwas Besonderes schaffen kann.

Mit Ihrer Erfahrung aus vielen Branchen, was raten Sie jungen Unternehmern heute, um erfolgreich zu sein?

Als junger Entrepreneur habe ich bereits die Kunst des Delegierens gelernt – an Leute, die eine Sache vielleicht auch besser können als ich. So habe ich mehr Zeit für mich, meine Gesundheit und meine Familie gefunden – eine Balance im Leben. Daher ist der beste Rat, den ich Gründern geben kann: Finde jemanden, der in deinem Business besser ist als du. Dann kannst du bei anderen Dingen kreativ sein.

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