Gesucht: 25'000 Informatiker

Die Digitalisierung verlangt nach Tausenden neuen Computer-Spezialisten. Die Branche warnt: Schlimmstenfalls müsse man aufs Ausland oder Quereinsteiger zurückgreifen.

Die Branche fordert eine Bildungsoffensive: Ansonsten sei der Fachkräftemangel in der IT-Branche nicht zu bewältigen. (Bild: Getty Images)

Die Branche fordert eine Bildungsoffensive: Ansonsten sei der Fachkräftemangel in der IT-Branche nicht zu bewältigen. (Bild: Getty Images)

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Die fortschreitende Digitalisierung erfordert in den nächsten Jahren Tausende ausgebildete Informatiker und Softwareentwickler auf dem Arbeitsmarkt. Der Verband ICT-Berufsbildung Schweiz schlägt nun Alarm: Es fehlten rund 25'000 Fachkräfte – Tendenz steigend.

Trotz deutlich mehr Ausbildungsplätzen und stetig stark steigender Beschäftigungszahl bleibe die Situation angespannt, schreibt die Branchenorganisation in einer Mitteilung. «Das ICT-Berufsfeld wächst doppelt so schnell wie das der Gesamtwirtschaft.» Die Zahl der Beschäftigten stieg seit 2013 um 13'000 auf 210'800 Personen.

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Die aktuelle Studie des Berufsverbands prognostiziert bis ins Jahr 2024 einen Mangel an 25'000 Fachkräften. «Wollen wir weiter erfolgreich sein, müssen wir weiterhin in die berufliche Grundausbildung sowie in die Weiterbildung investieren und sind auf hoch qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen», bilanziert die Untersuchung. Besonders gefragt seien Führungskräfte und Softwareentwickler.

Politischer Unsicherheitsfaktor

Dieser Bedarf dürfte aber mit der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative schwierig zu decken sein. Deshalb könnte sich der zu erwartende Fachkräftemangel bis ins Jahr 2024 von 25'000 auf 35'000 Personen erhöhen.

«Die Erhöhung der Drittstaatenkontingente ist wichtig, in diesem Zusammenhang aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein», kommentiert der Branchenverband die Entwicklung. Eine Bildungsoffensive auf allen Stufen sei absolut notwendig.

In Ausbildung investieren

Geschehe dies nicht, müsse die Wirtschaft auf dem Gebiet der Informatik Quereinsteiger einsetzen oder Aufgaben ins Ausland verlagern. «Wachstumschancen könnten nicht genutzt werden.» Und dies in einer Branche, die nach eigenen Angaben einen grösseren Wertschöpfungsbeitrag leistet als die Pharma-, Detailhandels- oder Logistikbranche.

Ein Grund, auch vermehrt auf die Ausbildung zu setzen: Seit 2010 konnte die Zahl der Lehrstellen laut ICT-Berufsbildung Schweiz von 7200 auf fast 9200 erhöht werden. Zudem seien in den vergangenen Jahren bedarfsorientiert eidgenössische Berufsabschlüsse für die Nachqualifikation geschaffen worden, beispielsweise die Diplomprüfung für ICT-Manager. (bee/sda)

Erstellt: 02.11.2016, 09:53 Uhr

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