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«Die Angst bedroht auch uns»

Philipp Hildebrand beim «Tages-Anzeiger»-Meeting im Schiffbau Zürich. Foto: Reto Oeschger

Wie beurteilen Sie das Gesamtbild für die Weltwirtschaft, so kurz nach Davos?

Die Wahl von Donald Trump wie auch der Brexit werden als Ergebnis einer breiten Unzufriedenheit mit der politischen Elite, der wirtschaftlichen Entwicklung und einer gewachsenen Ungleichheit ausgelegt. Einverstanden?

Weshalb eigentlich?

Das ist doch nicht schlecht.

Weshalb?

Sehen Sie weitere politische Risiken dieser Art?

Bei uns gab es die Zustimmung zur Beschränkung der Immigration, auch die hatte mit der Angst um den Job zu tun. Glauben Sie, dass die isolationistischen Tendenzen auch bei uns zunehmen?

Wie sieht es denn in der Schweiz aus?

Das tönt nach einem sozialdemokratischen Umverteilungsrezept.

Nicht erwähnt haben Sie den Aspekt der direkten Demokratie. Ein grosses Problem in Europa ist doch, dass die Leute den Eindruck haben, dass Technokraten über ihre Köpfe hinweg über Sachen entscheiden, die ihre Leben negativ beeinflussen. In der Schweiz stimmen wir über alles ab. Welche Integrationswirkung sehen Sie darin?

Vergleichen wir die Politik von Donald Trump mit der Schweizer Politik. Hier haben wir jetzt die Vorlage zu den Unternehmenssteuern III, also zu Steuersenkungen für Unternehmen, genau wie in den USA. Trump will ja die Unternehmenssteuern quasi halbieren. Sollte die Schweiz nachziehen?

Die grösste Sorge für die Weltwirtschaft und auch für die Schweiz wäre, wenn Donald Trump seine Drohungen mit scharfen protektionistischen Massnahmen wahr machen würde. Einverstanden?

Sie haben aber ein gewisses Verständnis dafür, dass die Amerikaner das heutige Handelssystem für unfair halten.

Glauben sie die These Trumps, dass die US-Aussenhandelsdefizite, und damit letztlich die US-Konsumenten, Arbeitsplätze im Ausland schaffen, statt zu Hause?

Die Euphorie an den Börsen zeigt, dass man bisher die mit Donald Trump verbundenen politischen Risiken für beherrschbar hält. Glauben Sie das auch?

Weshalb? Trump hat doch überall Mehrheiten.

Ist es denn klug, wenn nun der neue Präsident Donald Trump mitten in eine ausgelastete Volkswirtschaft ein Wachstumsprogramm lanciert? Das kreiert doch nur Inflation.

Weshalb soll das sinnvoll sein und nicht einfach die Wirtschaft überhitzen?

Die Gefahr ist doch gross, dass genau dies geschieht, wenn man sich auf die vom neuen Präsidenten Donald Trump geäusserten Absichten stützt.

Welche Rolle spielt, dass einige Posten beim Fed vom Präsidenten neu besetzt werden müssen?

Gilt Ihr Optimismus nur für die USA?

An der Börse rechnet man ja offenbar mit einem Boom. Doch mit den angekündigten Steuersenkungen und dem Investitionsprogramm in den USA wird die Staatsverschuldung ins Unermessliche steigen. Ein Boom-and-Bust-Szenario liegt auf der Hand.

Wieso ist es eigentlich gut, wenn die Zinsen steigen und die Preise steigen?

Und wie stabil sind eigentlich mittlerweile die Banken? In Ihrer Zeit als SNB-Präsident hatten Sie mit ihnen ja viel zu tun und machten sich teilweise unbeliebt, weil Sie mehr Eigenkapital forderten. Hatten Sie Erfolg?

Aber was ist nun mit der UBS und der CS?

Haben sie genügend Eigenkapital?

Welche Lehren sollten rückblickend aus der Bankenkrise gezogen werden?

Was sagen Sie zu den aktuellen Plänen der CS, die Kapitalbasis zu stärken?

Sie haben als Schweizer Notenbanker enorm polarisiert. Wie beurteilen Sie aus heutiger Sicht Ihre Zeit bei der SNB und jene seither, etwa mit der Aufhebung der Kursuntergrenze?

Und was ist mit der Untergrenze, die Sie eingeführt und ihr Nachfolger abgeschafft hat?

Sie selber waren ja sehr exponiert und wurden von vielen Seiten kritisiert. Wie sehen Sie das im Rückblick?

Meinen Sie die Kritik der Banken an Ihrer Forderung, sie sollen mehr Eigenkapital halten?

Ihr Abgang von der SNB war unglücklich. Was würden Sie heute anders machen?

Was ist eigentlich spannender, Ihre Tätigkeit beim weltweit grössten Vermögensverwalter oder jene bei der SNB?

Nun arbeiten Sie für den grössten Asset Manager in der Welt.

Sie haben die Untergrenze eingeführt, abgeschafft hat sie dann Thomas Jordan. Bei der Einführung wurde betont, wir halten sie durch, koste es, was es wolle. Und dann sagte Ihr Nachfolger Thomas Jordan plötzlich, es koste zu viel. Welche Rolle hat die Persönlichkeit des jeweiligen Präsidenten in der Geldpolitik?

Ist es überhaupt denkbar für die Schweiz, dass man eine Untergrenze auf Dauer macht? Oder müssen wir uns immer etwas durchmogeln und etwas Aufwertung einfach zulassen?