Die Nationalbank muss ihre ungeliebte Politik beibehalten

Die Konjunktur-Risiken nehmen weltweit zu. Doch die Leitzinsen können noch nicht normalisiert werden.

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Die Konjunktur schwächt sich weltweit ab. Das gilt auch für die Schweiz. Eine Krise ist bisher weder hierzulande noch in unseren wichtigsten Absatzländern wahrscheinlich. Zu rechnen ist mit einer Normalisierung des Wachstums nach einer ausgeprägten Boom-Phase, die bis letzten Sommer andauerte. Ausnahmen sind Italien und die Türkei, die sich bereits in einer Rezession befinden.

Dennoch ist das kein Grund zur Entwarnung. Erstens gibt es ausreichend Risiken, die zu einer schlimmeren Entwicklung führen können, und zweitens sind die meisten Länder hilflos, wenn es so weit kommt. Denn dann fehlt das wichtigste Instrument, um einer Krise wieder zu entkommen: die Geldpolitik.

Geldpolitik bedeutet, dass Notenbanken mit tieferen Leitzinsen der Wirtschaft wieder Schub verschaffen, weil dann das Geld – etwa für Investitionen – billiger zu haben ist. Doch seit der Finanzkrise sind die Leitzinsen überall bereits auf Rekordtiefständen.

Die Risiken, die leicht zu einer Krise führen können, sind ein ungeordneter Brexit, keine Lösung im Handelsstreit zwischen China und den USA und drastische Zölle auf europäischen Fahrzeugen durch den US-Präsidenten Donald Trump. Nichts davon kann ausgeschlossen werden.

Je tiefer das Wachstum der Wirtschaft bereits ist, desto wahrscheinlicher stürzt im schlimmsten Fall eine Volkswirtschaft in die Rezession. Dass so gut wie alle grossen Notenbanken der Welt ihre eben noch beschworene Normalisierung der Geldpolitik wieder abgeblasen haben, zeugt von deren Hilflosigkeit.

Viele kritisieren in der Schweiz zu Recht die Nachteile der Negativzinsen, welche die Schweizerische Nationalbank (SNB) eingeführt hat, sowie deren aufgeblähte Bilanz. Auf dem Hintergrund der jüngsten Entwicklung müsste aber klar geworden sein, dass die SNB hier nicht entgegenkommen kann. Ihr Problem ist weniger, dass sie die Zinsen nicht anheben, sondern dass sie sie nicht noch weiter ins Negative drücken kann.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 13.03.2019, 21:54 Uhr

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