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Die Versicherten jetzt beteiligen

Pensionskassen mit einem Umwandlungssatz von deutlich unter fünf Prozent brechen ein Tabu.

Vor ungefähr einem Jahr brachen in der beruflichen Vorsorge (BVG) die Dämme: Eine Pensionskasse nach der andern tat ihre Absicht kund, den Umwandlungssatz im überobligatorischen Bereich in den nächsten Jahren teils deutlich unter die 5-Prozent-Marke abzusenken. Begründet wurde die Massnahme, die den Beschäftigten einschneidende Rentenkürzungen beschert, vor allem mit den Tiefstzinsen.

Nun zeigt sich aber, dass die Pensionskassen 2017 glänzend verdient haben, nach einem bereits ansehnlichen Vorjahr. Aktuell ist die Rede von einer Durchschnittsrendite von gegen 8 Prozent, einzelne Kassen weisen gar – dank dem Höhenflug an den Aktienmärkten – zweistellige Zahlen aus. Was Wunder, dass viele Beschäftigte argwöhnen, sie seien von ihren Vorsor­ge­einrichtungen abgezockt worden.

Bei Sätzen unter 5 Prozent erhalten BVG-Versicherte mit normaler Lebenserwartung weniger ausbezahlt, als sie eingezahlt haben.

Ein oder zwei gute Anlagejahre reichen indes nicht aus, um die Fundamentalkräfte in der zweiten Säule auszuhebeln. Die längere Lebenserwartung ist so unumstösslich wie der seit über 20 Jahren währen­­de Trend sinkender Nominalzinsen. Reagieren Pensionskassen da nicht mit einer Kürzung des Umwandlungssatzes, setzen sie sich dem Vorwurf aus, eine Umverteilung von den Jüngeren zu den Älteren zu betreiben. Das entbindet die Kassenverantwortlichen freilich nicht davon, die Anpassung mit Augenmass zu betreiben. Unter BVG-Experten gilt ein Umwandlungssatz von plus/minus 5 Prozent aus heutiger Sicht als angemessen. Ebenda liegt auch die magische Grenze: Bei Sätzen unter 5 Prozent erhalten BVG-Versicherte mit normaler Lebenserwartung weniger ausbezahlt, als sie eingezahlt haben.

Pensionskassen, die auf deutlich unter 5 Prozent abzielen, brechen mithin nicht nur ein Tabu, sondern schiessen auch übers Ziel hinaus. Sie stehen nun angesichts der letztjährigen Traumrenditen unter besonderer Beobachtung: Von ihnen darf zuallererst erwartet werden, dass sie die Versicherten angemessen am Anlageerfolg beteiligen – mit einer Verzinsung der BVG-Guthaben, die mehr oder minder klar über dem gesetzlichen Minimalniveau von 1 Prozent liegt.

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