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Angst vor Handelskrieg drückt auf SMI

Der Leitindex verzeichnet Verluste um über 1 Prozent. Der US-Handelsstreit mit China setzt den Börsen weltweit zu.

Angst vor Trumps Strafzöllen: Der SMI sank auf ein neues Jahrestief.
Angst vor Trumps Strafzöllen: Der SMI sank auf ein neues Jahrestief.
Screenshot Finanz und Wirtschaft

Am Freitag hat die Schweizer Börse erneut tiefer eröffnet. Der SMI verzeichnete Verluste um über 1 Prozent und sank auf 8555 Punkte. Damit fällt der Leitindex auf ein neues Jahrestief. Auch der SPI verzeichnete Verluste von fast einem Prozent. Zu den grössten Verlierern zählen die Credit Suisse und die UBS.

Zuvor hatte nach der Ankündigung umfassender neuer US-Strafzölle gegen China die Angst vor einem Handelskrieg an den asiatischen Finanzmärkten zu deutlichen Kursverlusten geführt. In Tokio gab der Leitindex Nikkei am Freitag um 4,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit fast sechs Monaten nach.

Der MSCI-Index für Aktien ausserhalb Japans rutschte um 2,6 Prozent ab. «Wenn es einen Handelskrieg gibt zwischen den zwei grössten Volkswirtschaften der Welt, wer würde sich nicht um die Folgen für die Weltwirtschaft sorgen?», betonte Anlagestratege Norihiro Fujito vom Brokerhaus Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. An den Börsen in China, Südkorea und Australien ging es ebenfalls deutlich bergab. In Shanghai betrug das Minus zum Börsenschluss mehr als drei Prozent, auch in Hongkong fielen die Kurse deutlich.

Roboterhersteller, Chip-Lieferanten, Internetriesen

Auf den Verkaufslisten in den asiatischen Handelssälen standen vor allem solche Unternehmen, die stark vom chinesischen Markt abhängig sind. Der japanische Roboterhersteller Fanuc verlor 4,4 Prozent und die Chiphersteller-Lieferanten Advantest und Tokyo Electron gaben 4,1 und 5,7 Prozent nach. Auch die Aktien von Maschinenbauern verzeichneten Verluste.

Sorgen machte den Anlegern in Japan auch die Aufwertung der Landeswährung, da sich dies negativ auf die Ergebnisse der Exporteure auswirken könnte. Der Dollar fiel im Vergleich zum Yen zeitweise um 0,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren.

Die Aktien des chinesischen Internetriesen Tencent verloren 4,5 Prozent, nachdem der langjährige Grossaktionär Naspers erstmals seit 17 Jahren eine Anteilsreduzierung angekündigt hat. Tencents Börsenwert verringerte sich durch den Kurseinbruch innerhalb eines Tages um 24 Milliarden Dollar.

Kursverluste auch an US-Börse

Der US-Leitindex Dow Jones hatte am Donnerstag angesichts des sich zuspitzenden Handelskonfliktes zwischen Washington und Peking um 2,9 Prozent nachgegeben. Er fiel erstmals seit sechs Wochen wieder unter die Marke von 24'000 Punkten.

Der Dow Jones schloss am Donnerstag mit deutlichen Kursverlusten. (Bild: Richard Drew, Keystone)
Der Dow Jones schloss am Donnerstag mit deutlichen Kursverlusten. (Bild: Richard Drew, Keystone)

Der breiter gefasste Standard & Poor's 500 sank 2,5 Prozent auf 2643 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 2,4 Prozent auf 7166 Punkte. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor umfassende Strafzölle gegen China angekündigt.

China will zurückschlagen

Die neuen Tarife sollten chinesische Produkte in einem Wert von bis zu 60 Milliarden Dollar (rund 49 Milliarden Euro) betreffen, erklärte Trump und ordnete die konkrete Ausarbeitung der Massnahmen an. Die Zölle sollen vor allem auf chinesische Hightech-Produkte erhoben werden.

Die Regierung in Peking veröffentlichte daraufhin eine Liste möglicher Strafzölle auf US-Produkte, die Waren im Wert von drei Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) aufführt und unter anderem Schweinefleisch, Früchte und Wein nennt. In einem Leitartikel der staatlichen Zeitung «Global Times» hiess es, wenn ein Handelskrieg erst einmal beginne, «werden sich die leistungsfähigen Länder den USA nicht beugen». China habe versucht, einen Handelskrieg zu vermeiden. «Aber wenn einer ausbricht, ist Appeasement keine Option.»

Schätzungen zufolge könnte ein globaler Handelskrieg die weltwirtschaftliche Leistungserbringung in den nächsten paar Jahren um 1 bis 3 Prozentpunkte dämpfen. Einzelne Ländergruppen hätten mit dramatischen Einschnitten zu rechnen, vor allem aufstrebende Nationen müssten mit einem verstärkten Kapitalabfluss und höheren Zinskosten rechnen.

SDA/fur

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