Einfacher zum günstigen Billett für die Auslandreise

Die SBB stärken den internationen Zugverkehr – 2020 wird dafür eine neue Software eingeführt. Die Spartickets gibts aber schon jetzt.

Der internationale Verkehr fristete bei den SBB in den vergangenen Jahren ein Schattendasein: TGV Lyria im Bahnhof Bern. (Keystone/Archiv)

Der internationale Verkehr fristete bei den SBB in den vergangenen Jahren ein Schattendasein: TGV Lyria im Bahnhof Bern. (Keystone/Archiv)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wer mit dem Zug ins Ausland reisen will, hat es bei den SBB schwer, einen guten Preis zu finden. Eine neue Software soll ab 2020 Abhilfe schaffen. Teilweise ist der neue Shop aber bereits erreichbar - inklusive günstiger Spartickets.

Das ist auch nötig: Der internationale Verkehr fristete bei den SBB in den vergangenen Jahren ein Schattendasein. Kunden sprangen auf Vertriebskanäle der ausländischen Bahnen ab, wo man wesentlich einfacher Tickets kaufen kann. Preisvergleiche über mehrere Tage waren auf der SBB-Website nur mühsam möglich.

Wer ein Sparticket für eine Auslandreise kaufen wollte, musste an einen Schalter gehen. Dort wurde bis vergangenen Herbst eine Gebühr von 10 Franken erhoben.

Seit der Geschäftsbereich internationaler Personenverkehr bei den SBB aufgewertet wurde, arbeitet ein Team unter Armin Weber daran, den internationalen Zugverkehr zu stärken. Mit den Staatsbahnen in Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien haben die SBB langfristige Kooperationsverträge unterschrieben. Um den Verkauf von Tickets einfacher zu gestalten, arbeiten die Bundesbahnen seit 2018 an einer neuen Software. Kostenpunkt: 20 Millionen Franken.

Mobile dauert noch länger

Einen Vorgeschmack auf die neue Plattform gibt es bereits. Die SBB haben für Verbindungen nach Deutschland und Frankreich den alten Online-Ticketshop umgebaut. Über einen Banner auf der Bestellseite ist eine Übersicht für die nächsten Tage zu finden.

Dort verzeichnet sind die günstigsten Preise und ein direkter Vergleich der jeweiligen Tarife für die einzelnen Verbindungen. Wer flexibel ist in der Wahl der Abfahrtszeit, kann viel Geld sparen. Passagiere, die zu einer bestimmten Zeit reisen wollen, müssen mit dem normalen Tarif Vorlieb nehmen. Und der ist meist teurer.

Ein Beispiel: Ein Ticket von Basel nach Hamburg am Nachmittag des 1. Mai kostet im Normaltarif 190 Franken. Im alten SBB-Shop wurden nur Spartickets angezeigt, falls noch welche verfügbar waren. Mit dem direkten Vergleich im neuen Shop findet man jetzt eine Fahrt für 58 Franken.

Das Spar-Angebot habe sich zu einem Geheimtipp entwickelt, sagt Weber. Deutlich mehr Kunden schliessen heute einen Kauf ab als mit dem alten Ticket-Shop. Bis alle Partnerbahnen in das neue Kaufsystem integriert sind, dauert es noch bis Ende dieses Jahres, sagt Weber. Länger dauert die Einführung auf der Mobile-App. Da wolle man sich 2020 daranmachen.

Zum vereinfachten Billettkauf kommt ein Ausbau der internationalen Verbindungen hinzu. Ab Dezember 2021 sollen zum Beispiel neu stündlich Züge von Zürich nach Stuttgart fahren, ein Jahr vorher wird das Angebot von Zürich nach München verdoppelt und die Reisezeit um eine Stunde verkürzt. Nach der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels Ende 2020 sollen direkte Verbindungen nach Genua und Bologna in Betrieb gehen.

Mehr Platz in den Zügen

Zudem fahren ab Fahrplanwechsel im Dezember Doppelstock-TGV ab Zürich nach Paris, was mehr Sitzplätze bringt. Das hat laut Weber eine direkte Auswirkung auf die Zahl der Spartickets. Mehr Plätze, die in den Zügen zu füllen sind, heissen auch, dass mehr Steuerung des Passagieraufkommens nötig ist; und das passiert mit Sparbilletten.

Die SBB versprechen sich von der Anbindung an die anderen Bahnunternehmen mehr Passagiere. «Wenn einige Kunden wieder bei uns bestellen und nicht im Ausland ist das gut, aber nicht das alleinige Ziel», sagt Weber.

Gerade in Zusammenhang mit der Nachhaltigkeits-Debatte setze die SBB auf ein deutliches Nachfrage-Wachstum im internationalen Geschäft. «Wir können zwar bei den Ticketkäufen noch keinen Greta-Effekt beweisen», sagt Weber. Doch würden bei Umfragen deutlich mehr Passagiere Nachhaltigkeit als Grund nennen, warum sie mit dem Zug reisen. An den Billettschaltern spüre man zudem eine deutliche gestiegene Nachfrage nach Beratungen für den internationalen Verkehr.

Erstellt: 26.04.2019, 19:34 Uhr

Artikel zum Thema

SBB beteiligen Personal an Gewinn – mit Asbestfonds

Die SBB wollten ihren Gewinn nachhaltig für die Mitarbeitenden investieren – die Gewerkschaft bezeichnet die Massnahmen als Hohn. Mehr...

Valora setzt sich durch – und verspricht Gratiskaffee

Die SBB geben Valora den Zuschlag für 262 Läden an Schweizer Bahnhöfen. Das Unternehmen will ökologisch wirtschaften. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Blogs

Mamablog Von wegen «Weichei-Papa»!

Die Welt in Bildern

Bei Sonnenuntergang: Junge spielen Fussball am Ciliwung in Jakarta, Indonesien. (11. Juli 2019)
(Bild: Willy Kurniawan) Mehr...