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Trotz Kritik: Energieriese Alpiq geht von der Börse

Rückschlag für Kleinaktionäre: Die Schweizer Börse genehmigt die Dekotierung der Alpiq-Aktien. Die Grossinvestoren sind damit am Ziel.

Philipp Felber-Eisele
Wird am 17. Dezember von der Börse gehen: Der Energiekonzern Alpiq verschwindet rund 10 Jahre nach seiner Gründung von den Aktienmärkten.
Wird am 17. Dezember von der Börse gehen: Der Energiekonzern Alpiq verschwindet rund 10 Jahre nach seiner Gründung von den Aktienmärkten.
Keystone

Es war eine Zangengeburt: am 16. Dezember werden die Aktien des Energiekonzerns Alpiq das letzte Mal gehandelt. Danach werden sie dekotiert. Einem entsprechenden Antrag hat die Börsenbetreiberin Six stattgegeben, wie Alpiq heute Mittwoch mitteilte. Damit haben die Grossaktionäre des Energieriesen ihr Ziel erreicht.

Im April verkündete Alpiq, dass mit der CSA Energie-Infrastruktur Schweiz, einem Investment-Vehikel der Credit Suisse, ein neuer Grossaktionär eingestiegen ist. Dies nachdem Alpiq bekannt gegeben hatte, dass der bisherige französische Grossaktionär EDF seinen Anteil von 25 Prozent am Unternehmen verkauft. Das Ziel von CSA war, dass Alpiq nicht mehr an der Börse ist. Was folgte, war ein öffentliches Übernahmeangebot über 70 Franken pro Aktie.

Kritik am Preis

Dieses Angebot hatte jedoch einen schweren Stand. Obwohl die grossen Aktionäre ebenfalls hinter dem Deal standen, wurde er heftig kritisiert. Investor Martin Ebner zum Beispiel sprach davon, dass die angebotenen 70 Franken pro Aktie viel zu tief seien. An Aktionärsversammlungen gingen ebenfalls die Wogen hoch. «Jetzt, wo Alpiq konsolidiert ist und wir den Abschwung an der Börse mitgetragen haben, sollen uns die Aktien weggenommen werden», sagte ein Kleinaktionär an einer Aktionärsversammlung.

Er sprach dabei die Tatsache an, dass Alpiq davon aus geht, dass man in Zukunft wieder mehr Geld verdienen wird mit dem Verkauf von Strom. Denn Alpiq hat über Jahre hinweg die Strompreise im Voraus gegen Preis- und Währungsschwankungen abgesichert. Die Talsohle dieser Absicherung wurde in diesem Jahr erreicht, 2020 steigt der abgesicherte Preis wieder, 2021 und wohl auch 2022.

In der letzten Zeit stieg der Preis der Alpiq-Aktie denn auch bis auf rund 74 Franken. Doch wurden nur sehr wenig Papiere überhaupt gehandelt.

Peinlicher Zählfehler

Doch trotz der Kritik, zogen die Grossaktionäre die Dekotierungspläne durch. Das Ziel war ursprünglich, dass man sich mehr als 90 Prozent der Aktien sichert, um die restlichen Aktionäre mittels einer sogenannten Abfindungsfusion ausbezahlt. Damit hätte man die Kleinaktionäre aus den Papieren drücken können. Doch der Versuch scheiterte. Zwar liess Alpiq plötzlich verlauten, dass die Grossaktionäre über 90 Prozent der Aktien halten. Doch nur wenig später musste der Konzern zurückkrebsen. Bei der Zählung passierte ein Fehler, der Aufkauf stoppte bei etwas über 89 Prozent.

Und nun sind die Grossaktionäre trotzdem am Ziel. Die Aktien können zwar auch nach dem Abgang von der Börse unter den Aktionären gehandelt werden, dies in sogenannten OTC-Märkten. Alpiq geht jedoch laut der Mitteilung davon aus, dass die «Handelsvolumen auf einer solchen Plattform sehr gering wären». Deshalb habe man «keine Absicht, einen solchen OTC-Handel aufzusetzen».

Zurzeit ist unklar, ob Alpiq noch in ein Gerichtsverfahren gezogen wird. Denn mit Knight Vinke ist ein aktivistischer Investor bei Alpiq eingestiegen. Die Beteiligungsfirma machte einst auch bei der UBS Stunk. Knight Vinke äusserte sich kritisch zum Übernahmepreis von 70 Franken pro Aktie. Ob er nun, wie beim Einstieg vermutet, gegen die Pläne rund um Alpiq klagt, ist unklar. Diverse Anfragen zu den Zielen liess Knight Vinke bisher unbeantwortet.

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