US-Milliardär David Koch ist tot

Der erzkonservative Financier ist nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren verstorben. Sein Vermögen soll sich auf 42 Milliarden Dollar belaufen.

Einer der reichsten Menschen der Welt: David Koch trat vor vier Jahren bei einem Seminar in Columbus (Ohio) auf. (Keystone/AP/Paul Vernon/1. August 2015)

Einer der reichsten Menschen der Welt: David Koch trat vor vier Jahren bei einem Seminar in Columbus (Ohio) auf. (Keystone/AP/Paul Vernon/1. August 2015)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der US-Milliardär und einflussreiche Unterstützer erzkonservativer Politik, David Koch, ist tot. Die Brüder David und Charles Koch machten mit einem Imperium an Ölpipelines, Rinderfarmen, Papier- und Düngemittel-Herstellern sowie Technologiefirmen ein Vermögen.

Forbes listet David Koch mit mehr als 42 Milliarden Dollar als einen der reichsten Menschen der Welt. Der Unternehmer sei nach langer Krankheit mit 79 Jahren gestorben, teilte die Firma «Koch Industries» von ihm und seinem Bruder Charles am Freitag mit.

Ihr Geld benutzten die Koch-Brüder über Jahrzehnte, um die Politik in den USA zu beeinflussen. Die Kochs pumpten seit den 1970er-Jahren mindestens 100 Millionen Dollar in politische Bewegungen, konservative republikanische Kandidaten oder Think Tanks, um den rechten Rand in den USA zu stärken. David Koch war 1980 sogar Kandidat für das Amt des Vize-Präsidenten der kleinen Libertären Partei.

Zu David Kochs politischen Überzeugungen gehörten der Rückbau des Staates – dieser sollte seiner Auffassung nach möglichst wenig in das Leben seiner Bürger eingreifen –, die freien Märkte und niedrige Steuern. Die Brüder unterstützten auch Gesetzesvorhaben zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung, zur Lockerung von Umweltvorschriften, zur Schwächung der Gewerkschaften und für die Rechte zum Besitz von Waffen.

Wegbereiter der Tea-Party-Bewegung

Wegen ihres Engagements wurden die Kochs, die ursprünglich aus Kansas im Zentrum der Vereinigten Staaten stammen, auch als Wegbereiter der rechten Tea-Party-Bewegung innerhalb der republikanischen Partei und letztlich auch der Präsidentschaft Donald Trumps gesehen. Mit Trump allerdings verband David Koch keine innige Freundschaft, die Brüder unterstützten seinen Wahlkampf vergleichsweise verhalten.

Koch erlebte auch Rückschläge und Tragödien. 1991 überlebte er einen Flugzeugabsturz, bei dem nach Angaben von «Koch Industries» 35 Menschen starben. Kurz danach erkrankte er an Prostata-Krebs, der nie ganz geheilt werden konnte. Insgesamt habe Koch Millionen für wohltätige Zwecke gespendet – darunter für die Bekämpfung von Krebs oder für Bildungs- und Kultureinrichtungen.

Aussenminister Mike Pompeo sprach der Familie am Freitag per Twitter sein Beileid aus. Die Nachricht von Kochs Tod habe ihn traurig gemacht. (fal/sda)

Erstellt: 23.08.2019, 18:00 Uhr

Artikel zum Thema

Trump beleidigt Notenbank-Chef nach dessen Rede in Jackson Hole

Jerome Powell hat seine mit Spannung erwartete Einschätzung zur aktuellen Wirtschaftslage abgegeben. Als «Feind» bezeichnete ihn danach der US-Präsident. Mehr...

Nun muss der Fed-Chef liefern

Jerome Powell wird am Notenbanker-Treffen in Jackson Hole von Erwartungen Donald Trumps und der Märkte getrieben. Kann das gut gehen? Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Blogs

Geldblog So investieren Sie den Göttibatzen optimal

Sweet Home Einfach speziell

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Mit Augenringen: Kinder präsentieren in der Shougang-Eishockey-Arena Bing Dwen Dwen das Maskottchen der Winterspiele 2022 in Peking. (17. September 2019)
(Bild: Xinyu Cui/Getty Images) Mehr...