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Ex-Notenbankchef fürchtet «Katastrophe»

Europa habe es verpasst, das Bankensystem zu sanieren, sagt Philipp Hildebrand. Er zeichnet für die Zukunft des Finanzsektors ein düsteres Bild.

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Sieht dringenden Handlungsbedarf: Philipp Hildebrand während eines Vortrages am Swiss Economic Forum, SEF in Interlaken. (9. Juni 2016)
Sieht dringenden Handlungsbedarf: Philipp Hildebrand während eines Vortrages am Swiss Economic Forum, SEF in Interlaken. (9. Juni 2016)
Marcel Bieri, Keystone

Der ehemalige Schweizer Zentralbankchef Philipp Hildebrand fürchtet, dass es nach dem Brexit-Votum in Europas Finanzsektor zu einer «Katastrophe» kommt. «Jetzt kommt so etwas wie die zweite Welle – neun Jahre nach der Finanzkrise», sagt er in der heutigen Ausgabe der «Süddeutschen Zeitung». Europa habe es in dieser Zeit verpasst, das Bankensystem zu sanieren. «Das war ein riesiger Fehler.»

Immer, wenn etwas schiefgehe – so wie jetzt das Votum der Briten für ein Ausscheiden aus der Europäischen Union –, komme an den Finanzmärkten die Frage auf, ob Europas Banken wirklich stabil seien. Es sei eines der grossen Versäumnisse Europas, «dass wir das Bankenproblem immer unter den Teppich gekehrt haben», kritisierte Hildebrand, mittlerweile Vize-Chef der US-Vermögensverwaltung Blackrock.

Lob für Italien

Dass Italien seinen Geldinstituten nun mit Steuergeld helfen will, begrüsste Hildebrand. Wenn die Finanzstabilität gefährdet sei, dann dürfe ein Euro-Staat seinen Bankensektor mit frischem Kapital ausstatten, sagte er der Zeitung. Er sei «fest davon überzeugt, dass Italien nun seine Banken rekapitalisieren muss, um Schlimmeres zu verhindern».

Italien will Medienberichten zufolge beim Treffen der Euro-Finanzminister heute in Brüssel die Zustimmung zu einem Bankenrettungsplan einholen. Dazu müsste Rom eine Ausnahmeklausel der neuen EU-Abwicklungsregeln für Banken nutzen.

(AFP)

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