EZB hält an Leitzins vor Wahl in Frankreich fest

Die EZB setzt weiterhin auf Geldschwemme. Wie erwartet wird vor der Stichwahl der Ball flach gehalten.

Wartet Stichwahl in Frankreich ab: Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main vor der Bankenskyline.

Wartet Stichwahl in Frankreich ab: Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main vor der Bankenskyline. Bild: Boris Rössler/Keystone

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Die Europäische Zentralbank (EZB) bleibt auf Billiggeld-Kurs. Banken bekommen frisches Zentralbankgeld weiterhin zu null Prozent Zinsen. Der Rat der Notenbank hielt den Leitzins im Euroraum bei seiner Sitzung heute wie erwartet auf diesem Rekordtief.

Ökonomen hatten nicht mit einer Änderung gerechnet - auch wegen der Präsidentschaftswahlen im Nachbarland. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass die Notenbank zwischen der ersten und zweiten Runde der Abstimmung in Frankreich irgendetwas unternehme, was die Markterwartungen beeinflussen könnte, argumentierte ING-Diba-Chefökonom Carsten Brzeski.

Zweitgrösste Volkswirtschaft der EU

Eine Stichwahl zwischen dem europafreundlichen Emmanuel Macron und der Rechtspopulistin Marine Le Pen entscheidet am 7. Mai über die politische Zukunft der zweitgrössten Volkswirtschaft des Euroraums.

Parken Finanzinstitute überschüssiges Geld bei der EZB, müssen sie dafür nach wie vor 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Zugleich kauft die Notenbank weiterhin monatlich Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Milliardenvolumen. Dieses Programm läuft bis mindestens Ende 2017.

Inflationsrate naht dem Sollwert

EZB-Präsident Mario Draghi hatte jüngst Hoffnungen auf einen baldigen Ausstieg aus der vor allem in Deutschland umstrittenen ultra-expansiven Geldpolitik gedämpft. Obwohl die wirtschaftliche Erholung zunehmend auch auf eigenen Beinen stehe, sei es «zu früh, Erfolg auszurufen», sagte Draghi. Die Inflationsdynamik sei «weiterhin abhängig von der Fortsetzung unserer aktuellen Geldpolitik».

Im März schwächte sich die Jahresinflationsrate im Euroraum nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat auf 1,5 Prozent ab. Im Februar hatte sie getrieben von höheren Energiepreisen noch bei 2,0 Prozent gelegen. Die EZB strebt einen Wert von knapp unter zwei Prozent an. (sep/sda)

Erstellt: 27.04.2017, 14:36 Uhr

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