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Gerade noch die Kurve gekriegt

Die CS-Führung ist dank hastig gesenkter Managerlöhne mit einem Denkzettel davongekommen. Nun braucht es griffige Mechanismen.

Es ist für die Chefetage der Credit Suisse halbwegs gut gegangen. Trotz der lauten Kritik haben die Aktionäre den Vergütungsbericht mit 58 Prozent angenommen. Damit wurden die Saläre der CS-Spitze um Verwaltungsratspräsident Urs Rohner abgesegnet. Dies, obwohl die Bank zwei enttäuschende und verlustreiche Jahre hinter sich hat. Mit ihren kurz vor Ostern in aller Hast gesenkten Boni haben Rohner und Co. gerade noch die Kurve gekriegt. Die wichtigsten Aktionäre unterstützen nun den Salärkurs der Manager. Das schlechte Abstimmungsresultat war für die CS-Führungsriege aber immerhin ein Denkzettel.

Es ist einer, der hoffentlich Wirkung entfaltet. Denn die Führungsetage eines Unternehmens sollte spüren, wann der freiwillige Verzicht auf den Bonus angebracht ist, und zwar ohne Druck von aussen. Wenn das Ergebnis des Unternehmens und die Vergütung der Chefetage zu stark auseinanderklaffen, lässt sich das nicht mehr erklären.

Managergilde sorgt sich um ihren Ruf

Das gilt derzeit für die CS. Die Bank wird umgebaut, und Altlasten werden aufgeräumt. Eine solche Rosskur geht nicht in kurzer Frist, kostet Geld und führt zu Verlusten. In dieser Situation kann eine Firma nicht Boni ausschütten, als ob nichts geschehen wäre. Die fehlende Einsicht kritisieren nicht nur Kleinaktionäre an der Generalversammlung, sondern hinter vorgehaltener Hand auch prominente Schweizer Wirtschaftsführer.

Das tun sie nicht uneigennützig. Sie sorgen sich, dass die Managergilde noch stärker in Verruf gerät, wenn sich deren Saläre nicht mehr rechtfertigen lassen. Auch sie spüren, dass der Bogen langsam überspannt ist. Die Kritik an seinem Salär kam gestern auch bei Rohner an. Die Worte würden nicht wie Regen auf einer Pelerine abperlen, sagte der CS-Präsident während der GV. Die Bank werde sich in Zukunft stärker mit der Vergütungspolitik auseinandersetzen. Das Versprechen ist nicht neu. Bislang war die Wirkung aber bescheiden. Es braucht nun griffige Mechanismen, um Mitarbeiter, die für teure Altlasten verantwortlich sind, zur Verantwortung zu ziehen – egal, ob es einfache Mitarbeiter sind oder leitende Manager.

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