Ein neuer Hypo-Player für die schwierigen Fälle

Mit Goldman Sachs spielt erstmals eine ausländische Grossbank bei Schweizer Eigenheim-Krediten mit. Und sie hat ein spezielles Angebot.

Die Goldman-Hypothek richtet sich speziell an Käufer, die sich trotz gutem bis sehr gutem Einkommen bisher kein Eigenheim leisten konnten. <nobr>Foto: GAETAN BALLY/Keystone</nobr>

Die Goldman-Hypothek richtet sich speziell an Käufer, die sich trotz gutem bis sehr gutem Einkommen bisher kein Eigenheim leisten konnten. Foto: GAETAN BALLY/Keystone

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Seit heute ist der Schweizer Hypothekarmarkt um einen Anbieter reicher: Gemeinsam mit dem Hypothekarvermittler Moneypark bietet Goldman Sachs Hauskredite an. Das schreibt Moneypark in einer Mitteilung. Die US-Investmentbank ist die erste ausländische Grossbank, die damit auf dem Hypomarkt mitmischt.

Selber wird Goldman Sachs jedoch nicht in der Schweiz auftreten. Die Hypogeschäfte laufen über die Schweizer Elan Suisse Hypotheken AG, die einzig zu diesem Zweck gegründet wurde. Moneypark übernimmt die Beratung der Kunden.

Die Hypothek richtet sich speziell an Käufer, die sich trotz gutem bis sehr gutem Einkommen bisher kein Eigenheim leisten konnten. In den meisten Fällen hiess der Grund: Tragbarkeitsberechnung. Denn die Hypovergabe ist in der Schweiz streng reguliert. So besagen die Tragbarkeitsregeln, dass nur der eine Finanzierung erhält, der die Raten auch dann zahlen kann, wenn der Zins auf 5 Prozent steigen sollte. Die Zinszahlungen dürfen dann zudem nicht mehr als ein Drittel des Einkommens ausmachen.

Festhypothek mit Laufzeit zwischen 10 und 15 Jahren

Das könnte sich mit Goldman Sachs ändern: Wer sich bei einem Jahreseinkommen von 150'000 Franken in der Schweiz heute eine Wohnung für 830'000 Franken leisten könne, würde durch die Konditionen bei der Investmentbank – je nach individueller Situation – eine Immobilie im Wert von über 1 Million Franken erwerben können, sagt Moneypark-Chef Stefan Heitmann.

Der Grund: Bei der Berechnung der Tragbarkeit werde die individuelle Situation des Kunden berücksichtigt. Das könne zum Beispiel heissen, dass nicht immer mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 Prozent gerechnet werde wie sonst zwar üblich, gesetzlich aber nicht festgesetzt. «Das führt dazu, dass sich mehr Menschen ein Eigenheim leisten können», sagt Heitmann.

Die Goldman-Hypothek ist eine Festhypothek mit einer Laufzeit zwischen 10 und 15 Jahren, der Eigenkapitalanteil bleibt bei den marktüblichen 20 Prozent. Der Zins jedoch liege rund ein halbes Prozent über den Standardsätzen, die je nach Kreditwürdigkeit bei Moneypark zwischen 0,7 bis 1,3 Prozent ­betragen. Sobald ein gewisses Volumen erreicht sei, wolle ­Goldman Sachs die Hypotheken internationalen Investoren wie Pensionskassen zum Kauf anbieten, schreibt die «NZZ am Sonntag».

Das Risiko, dadurch nach Ablauf der Hypothek schlechtere Konditionen für eine neue zu erhalten, steige für den Hypothekarnehmer laut Heitmann aber nicht: «Nach Ende einer Laufzeit muss man sich immer wieder neu finden, egal bei welchem ­Anbieter.» (red)

Erstellt: 30.09.2019, 11:28 Uhr

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