Grenchner Uhrenfirma Fortis ist am Ende

Die Grenchner Traditionsfirma ist in finanzielle Schieflage geraten und hat die definitive Nachlassstundung beantragt.

Das Fortis-Gebäude in Grenchen.

Das Fortis-Gebäude in Grenchen. Bild: Google Streetview

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Die Uhrenmanufaktur Fortis in Grenchen SO steht vor dem Aus. Sie befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten und hat die definitive Nachlassstundung beantragt.

Die Nachlassstundung wurde vom Zivilgericht Solothurn-Lebern am 20. November bewilligt, wie der neusten Ausgabe des «Schweizerischen Handelsamtsblatt» entnommen werden kann. Sie erstreckt sich über sechs Monate und dauert bis am 20. Mai 2018. Das Regionaljournal Aargau/Solothurn von SRF berichtete am Montag darüber.

Kein Konkurs, keine Pfändung

Im Rahmen der Nachlassstundung kann mit den Gläubigern ein Nachlassvertrag ausgehandelt werden, um die rechtliche oder die wirtschaftliche Existenz des Unternehmens vorläufig zu sichern. Während des Nachlassverfahrens sind weder Konkurs noch Betreibung auf Pfändung oder Pfandverwertung möglich.

Fortis war 1912 durch Walter Vogt in Grenchen gegründet worden. Das Unternehmen ist einer der wenigen Hersteller, die seit der Gründung durchgehend Uhren produzierten. 1926 ging bei Fortis die erste selbstaufziehende Armbanduhr in Serienproduktion.

Wasserdichte Armbanduhr

Lange vor der Ära der Quarz- und Billiguhren lancierte Fortis 1969 die erste Armbanduhr aus Kunststoff. Mit einer Wasserdichtigkeit von 200 Metern und einem Gehäuse in sechs Farben war diese Taucheruhr ihrer Zeit voraus.

Fortis gilt derzeit als Spezialist für Flieger- und Weltraumuhren. Seit 1994 ist Fortis offizieller Ausrüster des Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrums. 1997 wurde das Modell «Official Cosmonauts Chronograph» auf der Raumstation Mir von den Kosmonauten getragen. Derzeit ist der Chronograph B-42 die offizielle Uhr der russischen Kosmonauten. (woz/sda)

Erstellt: 27.11.2017, 17:30 Uhr

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