Schweizer Honigernte bricht ein

Pro Bienenvolk ist der Jahresertrag von über 23 Kilogramm Honig auf 13 Kilogramm zurückgegangen.

Statt ein blühendes Mittelland fanden Bienen schlechtes Wetter vor: Eine Wildbiene hilft in einem Projekt im st. gallischen Berneck den Honigbienen bei der Arbeit. (Archivbild) Bild: Gaetan Bally/Keystone

Statt ein blühendes Mittelland fanden Bienen schlechtes Wetter vor: Eine Wildbiene hilft in einem Projekt im st. gallischen Berneck den Honigbienen bei der Arbeit. (Archivbild) Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Bienenvölker in der Schweiz haben 2019 deutlich weniger Honig produziert als in den Vorjahren. Im Schnitt sank der Ertrag um mehr als zehn Kilo Honig pro Bienenvolk.

Es zeichnete sich bereits ab, nun liegen Zahlen vor: Die Honigernte in diesem Jahr liegt drastisch unter den Erträgen der Vorjahre. Dies ergab eine Umfrage von Apisuisse, dem Dachverband der Schweizer Imkerschaft, unter knapp 1200 Imkerinnen und Imkern in der Schweiz.

Insgesamt fiel der Jahresertrag pro Bienenvolk um mehr als 10 Kilogramm auf 13 Kilo Honig, schrieb Apisuisse in einer Mitteilung vom Dienstag. Grund dafür sei der kühle und nasse Mai gewesen. Laut Meteo Schweiz war der Mai auf der Alpennordseite der kälteste und nasseste seit dreissig Jahren.

Minus in zweistelliger Millionenhöhe

Die ungünstige Witterung kam zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt: Im Mai blüht das Schweizer Mittelland; normalerweise reiche Beute für Bienenvölker. Aber durch kühle Temperaturen und Regen konnten die Insekten nicht genug Nektar sammeln. Zudem verbrauchten sie das, was sie bis dahin sammeln konnten, als Futter, um ihre Brutnester warm zu halten. Damit fiel die Honigernte im Frühjahr praktisch aus.

Etwas anders sah die Situation in der Höhe aus. Die Frühlingsblüte beginnt dort erst im Juni, sodass die erste Honigernte durch den niederschlagsreichen Mai weniger beeinträchtigt war. Das Rekordtief der Honigernte 2019 bedeutet für Imkerinnen und Imker eine Ertragseinbusse in zweistelliger Millionenhöhe, schrieb Apisuisse.

(oli/sda)

Erstellt: 29.10.2019, 10:28 Uhr

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