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«Sie meinen, ich sei ein Diktator, der versucht, sein Ego zu füttern?»

«Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht sechs Stunden E-Mails lese», sagt Jean-Claude Biver. Foto: Adrian Moser

Sie sind bekannt für Ihren Tatendrang und Enthusiasmus. Stehen Sie mit 68 Jahren noch immer jeden Morgen um 3 Uhr auf und beginnen um 4 Uhr mit der Arbeit?

Vor neun Jahren sagten Sie mir in einem ­Interview, Sie möchten nicht mehr lange so weiterarbeiten, Ihre Gesundheit habe unter den 18-Stunden-Tagen gelitten. Fällt das ­Loslassen so schwer?

Warum tun Sie sich das an?

Sie müssten als Spartenleiter Uhren des Luxusgüterkonzerns LVMH doch nicht mehr überall selbst an der Front stehen.

Ertragen Sie starke Persönlichkeiten neben sich?

Die Schweizer Uhrenindustrie musste zuletzt Einbussen hinnehmen, die Exporte gingen um zehn Prozent zurück. Mit welchen Gefühlen sind Sie zur Baselworld gefahren?

Wie stark hat der Dämpfer die Marken TAG Heuer, Hublot und Zenith getroffen, für die Sie die Verantwortung tragen?

Gibt es denn noch Wachstumspotenzial im Segment der Luxusuhren?

Sie sprechen die Smartwatch an. Sie haben bei TAG Heuer eine entwickeln lassen. Warum waren Sie als Liebhaber der edlen mechanischen Uhren da so forsch?

«In zehn Jahren gibt es vermutlich keine Smartphones mehr.»

Und da wollen Sie noch immer mitspielen. Fragen Sie sich eigentlich nie, wie lange Ihr Körper das noch mitmacht?

In Ihrer soeben erschienenen Autobiografie schreiben Sie, wie Sie mit zehn Jahren aus Luxemburg in ein Internat am Genfersee geschickt wurden aufgrund der Trennung Ihrer Eltern.

Im Gymnasium war es nochmals schwierig, als Sie aus disziplinarischen Gründen eine Klasse wiederholen mussten.

Und doch hat man das Gefühl: Sie wollen es immer noch allen zeigen.

Wem wollen Sie etwas ­beweisen?

Sie betonen in Ihrem Buch, dass Sie dank Ihren herausragenden Leistungen im Lauf der Zeit immer mehr Selbstvertrauen ­aufgebaut haben. Kämpfen Sie auch gegen Selbstzweifel an?

Bei Ihnen bleibt dafür das Privatleben auf der Strecke.

Richtige Ferien machen Sie nicht?

Warum delegieren Sie das nicht?

Sind Sie beliebt bei den ­Mitarbeitern?

Stimmt es, dass Sie jeden Montag Blumen im Wert von 10'000 Franken in Ihre Firmen bestellen?

Ihr Vertrag bei LVMH läuft noch bis zu Ihrem 70. Geburtstag. Was kommt danach?

Warum erst dann? Sie schildern im Buch, wie Sie sich bei der Taufe Ihres dritten Kindes bei den beiden erwachsenen Kindern aus erster Ehe dafür entschuldigten, dass Sie so wenig Zeit für die beiden hatten.

Und bis es so weit ist, halten Sie sich mit Arbeiten fit?