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Deutlich mehr Schweizer gehen pleite

Der Pleite-Rekord des Vorjahres wird auch dieses Jahr gebrochen: Firmen und Private gehen immer öfter in Konkurs. Die Gründe.

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Führt zu immer mehr Privatkonkursen: Online einkaufen mit der Kreditkarte. (Archivbild)
Führt zu immer mehr Privatkonkursen: Online einkaufen mit der Kreditkarte. (Archivbild)
Gaetan Bally, Keystone
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Die Firmenkonkurse in der Schweiz liegen im ersten Halbjahr mit fast 3400 um 4,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Schweizerische Gläubigerverband Creditreform rechnet damit, dass sich die Halbjahreszahl 2017 auf auf knapp 6800 Konkurse verdoppelt.

Der Anstieg der Firmenkonkurse sei angesichts des seit Jahren anhaltenden enormen Zuwachses an neuen Firmen nicht weiter verwunderlich, heisst es in der Medienmitteilung vom Mittwoch. Man steuere 2017 auf einen neuen Rekordwert zu.

Löschung aufgrund Mängeln

Zu den Konkursen zählt Creditreform einerseits echte Firmeninsolvenzen, andererseits aber auch Konkurspublikationen aufgrund von Mängeln in der Organisation. Die Zahl der «echten» Firmeninsolvenzen dürfte dabei bis Ende Jahr auf über 4860 ansteigen. Knapp 2000 werden Löschungen sein aus den Handelsregistern aufgrund von Mängeln. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben.

Im ersten Halbjahr lagen diese mit 2432 um 5,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Im ersten Semester wurden zudem knapp 1000 Konkurspublikationen aufgrund von Mängeln in der Organisation registriert. Das sind 1,5 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Creditreform rechnet für das Gesamtjahr gar mit einem Anstieg um 4 Prozent.

Mehr Privatkonkurse

Stark angestiegen sind im ersten Halbjahr aber auch die Konkurse von Privatpersonen. Sie lagen mit fast 4100 um 7,2 Prozent höher als noch im Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwartet der Gläubigerverband eine Zunahme um 10 Prozent auf rund 8200.

Der grossen Zahl von Firmenkonkursen stehen aber aktuell auch besonders viele Gründungen von Unternehmen gegenüber. Laut Creditreform ist 2017 ein neuer Rekordwert zu erwarten.

Mehr Neueintragungen im Dezember

Allein eine lineare Hochrechnung der rund 22'000 Neueintragungen der ersten sechs Monate (3,6 Prozent) würde gemäss dem Gläubigerverband einen neuen Höchststand ergeben. Im Dezember sei zudem traditionell die Anzahl der neu im Handelsregister eingetragenen Firmen höher als in den übrigen Monaten. Die Prognose des Verbandes lautet daher für das Gesamtjahr auf 44'290.

Auf der anderen Seite ist in diesem Jahr auch mit vielen Löschungen von Firmen aus dem Handelsregister zu rechnen. Creditreform schätzt für das Gesamtjahr einen Wert von 30'100 oder 6,7 Prozent mehr als noch 2016. Unter dem Strich ergäbe sich damit ein Nettowachstum von 14'190 Firmen für das Gesamtjahr 2017. Nur im Jahr 2008 seien netto mit 15'607 mehr Firmen eingetragen worden, schreibt Creditreform.

(SDA)

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