Italienische Plattenleger verdienen 1500 Franken

Sechs Arbeiter aus Italien arbeiten für einen Dumpinglohn auf der Baustelle des Berner Inselspitals, wohnen auf dem Campingplatz und bekommen weder Spesen noch Ferien.

Hat keine Kenntnisse von dem mutmasslichen Fall von Lohndumping: Inselspital in Bern. (Archivbild)

Hat keine Kenntnisse von dem mutmasslichen Fall von Lohndumping: Inselspital in Bern. (Archivbild) Bild: Peter Schneider/Keystone

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Auf der Baustelle des Berner Inselspitals ist ein mutmasslich gravierender Fall von Lohndumping entdeckt worden. Laut «SonntagsBlick» verdienten Angestellte einer italienischen Plattenlegerfirma teilweise nur gerade umgerechnet 1500 Franken (1300 Euro) – ohne Reisespesen und Ferien. Der Mindestlohn liegt laut GAV bei 5170 Franken. Die sechs Plattenleger wohnen auf einem Campingplatz.

Corrado Pardini, Vizepräsident der Arbeitsmarktkontrolle Bern, erklärte der Zeitung, der Fall grenze möglicherweise an Menschenhandel und Ausbeutung. Die betroffene Schweizer Firma bestreitet dem Bericht zufolge Lohndumping. Beim Inselspital Bern hat man keine Kenntnisse vom Fall.

In der Schweiz stellen Baustellen-Inspekteure bei jeder fünften Kontrolle zu tiefe Löhne fest. Ab 2018 soll eine Art Strafregisterauszug für Bauherren eingeführt werden. Das Infosystem gibt Auskunft darüber, welche Firmen sich an die Mindestarbeitsbedingungen halten. Laut «SonntagsBlick» berät die Wirtschaftskommission des Nationalrats am Montag über die Massnahme für Bundesaufträge. (chk/sda)

Erstellt: 22.10.2017, 05:49 Uhr

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