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Jetzt ist Panik ausgebrochen

Während bisher die Kurse trotz des Coronavirus neue Höchststände erreichten, wurden die Märkte am Montag von der Angst erfasst. Es kam zu heftigen Kurseinbrüchen.

Die deutliche Zunahme von Fällen in Italien hat Einfluss auf den SMI. Foto: Leserfoto 20 Minuti
Die deutliche Zunahme von Fällen in Italien hat Einfluss auf den SMI. Foto: Leserfoto 20 Minuti

Die Angst vor dem Coronavirus hat die Märkte für Aktien, Staatsanleihen, Rohstoffe und Währungen erfasst. Beobachter nennen als Grund die deutliche Zunahme von Fällen vor allem in Italien. Gesucht war bei diesem Anflug von Panik auch der Schweizer Franken, der erneut seine Rolle als sicherer Hafen spielt. Der Eurokurs des Schweizer Frankens fiel im Tagesverlauf auf unter 1.06 Franken. So tief lag er zum letzten Mal vor fünf Jahren, nachdem die Schweizerische Nationalbank die Untergrenze von 1.20 Franken pro Euro aufgehoben hat. Ein tieferer Preis für den Euro entspricht einer Aufwertung des Frankens.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) gibt nie bekannt, ob sie sich mit Interventionen an den Devisenmärkten der Frankenaufwertung entgegenstemmt. Ein Indikator dafür sind die Giroguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB. In der vergangenen Woche sind diese um mehr als 2 Milliarden Franken angestiegen, was auf entsprechende Interventionen bei einem damals noch schwächeren Franken beziehungsweise höheren Eurokurs hindeutet. Daten zur angelaufenen Woche veröffentlicht die SNB erst am nächsten Montag.

Im Vorfeld hat sich das Coronavirus kaum auf die Aktienmärkte ausgewirkt.

Panikartig waren gestern auch die Reaktionen an den Börsen: Der Schweizer Leitindex fiel am Nachmittag um mehr als 4 Prozent und beschloss den Tag mit Minus 3,58 Prozent. Zu grossen Kursverlusten kam es auch an anderen Handelsplätzen. Der deutsche DAX-Index zum Beispiel fiel am Nachmittag ebenfalls um mehr als 4 Prozent. Die Börse in Mailand verlor sogar mehr als 5 Prozent. Auch die US-Börsen notierten nach Handelsstart alle mit mehr als 3 Prozent im Minus. Besonders starke ­Verluste verzeichneten die Aktien von Fluggesellschaften: Die Swiss-Mutter Lufthansa gab bis zu 9 Prozent nach, die Europäischen Billigflieger Ryanair und Easyjet rund 14, beziehungsweise 16 Prozent.

Falscher Optimismus

Im Vorfeld hat sich das Coronavirus kaum auf die Aktienmärkte ausgewirkt. Die Kurse stiegen sogar auf neue Allzeithochs. Das gilt auch für die Schweizer Börse. Der Optimismus wurde durch die Erwartung genährt, die Krankheit werde schnell überwunden, hätte für Länder ausserhalb von China kaum Folgen, und notfalls würden die Notenbanken rettend einspringen.

Auswirkungen hatte die Panik am Montag auch auf die Erdölpreise. Die Sorte Brent wurde für weniger als 56 Dollar pro Fass gehandelt. Noch im Januar kostete dieses rund 68 Dollar. Gestiegen ist dagegen der Goldpreis um bis zu 2 Prozent, was wie beim Franken für die Flucht in Sicherheit steht. Das Gleiche gilt auch für Staatsanleihen von als sicher geltenden Ländern wie die Schweiz, Deutschland oder die USA. Die Nachfrage nach ihnen hat in Deutschland und der Schweiz die Marktzinsen – gemessen an den Renditen dieser Anleihen – noch tiefer in den negativen Bereich gedrückt. Das bedeutet, dass Anleger bereit sind, für diese Investitionen nicht nur auf Zins zu verzichten, sondern sogar noch draufzuzahlen.

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