Jetzt kommen die gefährlichen Zeiten für die UBS

Der Umbau der Grossbank ist vollbracht, die Vorgaben erreicht. Doch jetzt drohen der Bank neue Risiken.

UBS-Chef Sergio Ermotti konnte am Montagmorgen trotz Donald Trumps Steuerreform einen Milliardengewinn vermelden. Foto: Laurent Gilliéron (Keystone)

UBS-Chef Sergio Ermotti konnte am Montagmorgen trotz Donald Trumps Steuerreform einen Milliardengewinn vermelden. Foto: Laurent Gilliéron (Keystone)

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Die UBS steht gut da. Zwar wird der Gewinn der grössten Schweizer Bank durch die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump geschmälert, doch steigen die Einnahmen im zurückliegenden Jahr deutlich. Fast alle wichtigen Sparten der Grossbank legten zu. Der Gewinn beim wichtigen internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft stieg gar um 14 Prozent. Auch das Kapitalpolster der Bank ist zuletzt wesentlich dicker geworden. Der von UBS-Chef Sergio Ermotti vor fünf Jahren eingeleitete Umbau scheint damit abgeschlossen.

Der Kurs der vergangenen Jahre war geprägt von klaren Vorgaben. Nach der Krise gaben die Regulatoren den Banken strenge Anforderungen vor. Sie mussten sicherer und stabiler werden. Ermotti setzte in der Folge auf das Vermögensverwaltungsgeschäft, die stark schwankende Investmentbank wurde zusammengestrichen. Die Bilanz der Bank wurde kleiner. 2007 betrugen die Aktiven der Bank weit über 2000 Milliarden Franken. Heute liegt der Wert bei etwas mehr als 900 Milliarden Franken.

Die neue Freiheit scheint die Aktionäre der UBS zu beunruhigen. Die Aktie verlor heute Morgen gegen 3 Prozent.

Dramatisch zeigt sich der Wandel an der Investmentbank der UBS. Vor zehn Jahren hat sie den Konzern beinahe in den Abgrund gerissen, davor brachte sie aber hohe Gewinne ein. So sorgte sie vor der Finanzkrise für einen Gewinn von fast 6 Milliarden Franken, was der Hälfte des Gesamtgewinns von 12 Milliarden Franken entsprach. Danach sorgte sie für gewaltige Löcher. Heute ist ihre Bedeutung für den Konzern kleiner. Ihr Vorsteuergewinn liegt bei rund 1,2 Milliarden Franken, derjenige der Gruppe beträgt fast das Fünffache. Dennoch kritisiert der oberste UBS-Chef die Sparte nicht. Die Investmentbank habe zwar ein herausforderndes Jahr hinter sich, sie sei aber immer noch sehr profitabel.

Seit Dezember ist nun klar, wie viel Kapital die UBS braucht, um die neusten internationalen Anforderungen zu erfüllen. Die Zeit der Zwänge für die UBS ist damit vorbei. Nun beginnen die heiklen Zeiten für die Bank von Konzernchef Ermotti. Denn mit diesen Auflagen vor Augen gibt er der UBS nun neue Ziele für die kommenden drei Jahre. Sie scheinen pragmatisch.

Die Bank will nun nicht mehr eine Eigenkapitalrendite von mehr als 15 Prozent erwirtschaften, sondern sie soll bei rund 15 Prozent liegen. Zudem sollen die einzelnen Sparten der Bank 1 bis 5 Prozent wachsen – auch hier lagen die Messgrössen zuvor höher. Zudem will sie verstärkt in digitale Technologien investieren, einen Wandel, den die Bank schon lange umtreibt. Die neue Freiheit ist bescheidener. Doch sie birgt auch Gefahren: Die UBS hat nach dem radikalen Umbau einen grösseren Gestaltungsspielraum. Es ist offen, wie sie diesen Nutzen wird. Die Aktionäre jedenfalls scheinen mit den Aussichten noch nicht zufrieden zu sein: Die Aktie verlor heute Morgen gegen 3 Prozent.

Erstellt: 22.01.2018, 11:16 Uhr

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