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Jetzt kommt das Skiticket, das schon am Vortag gültig ist

Mit Spezialangeboten kämpfen die Wintersportorte um neue Gäste – und einige ums Überleben.

Für Skiorte wie Adelboden BE steht im kommenden Winter viel auf dem Spiel.
Für Skiorte wie Adelboden BE steht im kommenden Winter viel auf dem Spiel.
Anthony Anex, Keystone

Die Voraussetzungen für die in wenigen Wochen startende Wintersaison stehen gut. Der Kälteeinbruch führte in den Bergen zu Schnee auf bis zu 900 Meter über Meer. Auch die Währungssituation kommt den Wintersportorten entgegen. Der schwächere Franken macht sich bemerkbar. «Im Vergleich zum Vorjahr ist eine Tageskarte für europäische Gäste in diesem Winter rund 6,5 Prozent günstiger», sagte Jürg Schmid. Der Ende Jahr abtretende Direktor von Schweiz Tourismus lud gestern zum letzten Mal zur traditionellen Wintermedienkonferenz nach Zürich.

Jürg Schmid zeigte sich optimistisch, er rechnet dank den besseren Rahmenbedingungen für den Winter «mit einem deutlichen Plus». Dabei stützt er sich auf die Prognosen der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich, die für den Alpenraum eine Zunahme der Übernachtungszahlen von 3,7 Prozent prognostiziert. Dies, nachdem bereits die Monate Mai bis September ein Logiernächte-Plus von 5,6 Prozent haben verzeichnen können.

«Wir hoffen, dass der Schweiz auch beim Schnee diesmal zumindest ein durchschnittlicher Winter bevorsteht», erklärte Schmid. In den vergangenen beiden Saisons war die Schneedecke im Schnitt nur rund 14 Zentimeter dick. Der langjährige Durchschnitt liegt bei 30 Zentimetern. Der Noch-Chef von Schweiz Tourismus und die Verantwortlichen der Skigebiete wollen den Erfolg in der kommenden Saison aber nicht einzig vom gegebenen Umfeld abhängig machen. Mit neuen Produkten und Rabatten versucht die Branche neben den bekannten Marketingmassnahmen, wieder mehr Gäste in die Wintersportorte und auch auf die Pisten zu locken.

Skikurs mit Erfolgsgarantie?

«Upgrade Your Winter» (Bessere deinen Winter auf), lautet der Slogan der aktuellen Werbekampagne von Schweiz Tourismus. Entsprechend warten die Vermarktungsorganisation des Bundes und die Skigebiete mit zahlreichen neuen Angebot auf. Die erste Innovation heisst «Upgrade Your Ski Day». Sie ermöglicht den Käufern von Tages- und Mehrtageskarten, bereits am Vortag ab 15 Uhr die Bahnen zu nutzen. Rund 30 Skigebiete machen dabei mit, unter anderen Andermatt UR, Scuol GR, Adelboden-Lenk BE, Les Diablerets VD und die Aletsch-Arena VS.

Als weitere Innovation locken die Skischulen mit dem Angebot «Skifahren in drei Tagen». Ein Skikurs mit Erfolgs­garantie. Laut Marc Mauron, Marketingmanager von Schweiz Tourismus, sollen die Kursteilnehmenden nach drei Tagen fähig sein, auf einer blauen Piste zu fahren. Als dritte Neuerung wurde das Angebot «Schweiz Mobil» ausgebaut. Ab dem 1. Dezember gibt es auf der Onlineplattform neu auch Karten, die Winterwanderwege, Schlittelpisten, Schneeschuhrouten und Langlaufloipen von über 3000 Kilometern aufzeigen.

Preise für Skiabos sinken

Für die Wintersportorte steht in dieser Saison viel auf dem Spiel. Die letzten Jahre haben mancherorts ihre Spuren hinterlassen. Knappe Schneeverhältnisse und Frankenstärke führten zu einem Rückgang der Gästezahlen – dies in einer Branche, die auch strukturell leidet. Die Skigebiete stehen in Kon­kurrenz zum wachsenden Freizeit- und Reiseangebot im Winter. So ziehen Ferienhungrige immer öfter den Billigflug in den warmen Süden den heimischen Skipisten vor. Die Zahl der «Skier-Days» (Anzahl Personen, die eine Seilbahn an einem Tag mindestens einmal benutzen), schrumpfte innert sechs Jahren um über 4 Millionen auf 21,6 Millionen. Gleichzeitig wird in den Wintersport­orten weiterhin kräftig in neue Bahnen, Beschneiungsanlagen und die Gastro­nomie investiert.

Hinzu kommt, dass vielerorts die ­Ticketpreise sinken. Nach dem 222-Franken-Abo von Saas-Fee reagieren auf diese Saison hin auch andere Skigebiete mit günstigen Kombi-Abos oder Aktionen für Tageskarten. Das sei eine direkte Folge der Marktlage, sagt Jürg Schmid: «Die sinkende Nachfrage hat die Skigebiete zum Handeln gezwungen.» Man werde diesen Winter erfahren, ob die tieferen Preise eine zusätzliche Nachfrage bewirken konnten, sagt Schmid. «Sind die Aktionen nicht erfolgreich, dann bekommen einige Bergbahnen substanziell Mühe und der Struktur­wandel in der Branche würde sich verstärken.»

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