Zum Hauptinhalt springen

Lernen, daheimzubleiben

Homeoffice hat Zukunft – wenn man es beherrscht.

Die Arbeit im Homeoffice macht Karriere: Eine Mutter arbeitet zu Hause mit ihrem Kind neben sich. Bild: JGI/Jamie Grill /Blend Images LLC
Die Arbeit im Homeoffice macht Karriere: Eine Mutter arbeitet zu Hause mit ihrem Kind neben sich. Bild: JGI/Jamie Grill /Blend Images LLC

Heimarbeit, das hört sich unmodern an. Doch unter dem englischen Namen «home office» macht die Heimarbeit gerade Karriere. In den ­Niederlanden werkelt schon jeder Dritte von zu Hause aus. Und gleich mehrere Trends sprechen dafür: Wenn beide Eltern berufstätig sind, lässt sich der Alltag dank Homeoffice leichter bewältigen. Die doppelte Berufstätigkeit ist auch einer der Gründe, warum Pendlerexistenzen zunehmen. Paare finden nicht im selben Ort gute Jobs. Ausserdem setzen viele Firmen heute auf Grossraumbüros – trotz Studien, wonach die Leute in solchen weniger produktiv sind.

All dies macht es attraktiver, auch einmal zu Hause zu arbeiten. Datenwolken, Videokonferenzen, neue Glasfaserkabel helfen dabei. Und die digitalen Kontrollmöglichkeiten nehmen dem Chef die alte Angst, der Untergebene widme sich zu Hause vor allem den Soap-Operas. Chefs können zudem bei Forschern aus den Niederlanden und den USA nachlesen, dass Zuhausewerker mehr leisten als reine Büromenschen.

Mobiles Arbeiten muss erlernt werden

Sollte es also einen Rechtsanspruch auf Homeoffice geben? Nicht für alle. Krankenschwestern und Fabrikarbeiter können auch im Zeitalter von Pflegerobotern und 3-D-Druckern selten von zu Hause eingreifen. Die Forschung zeigt auch, dass tägliches Homeoffice meist weder den Beschäftigten noch der Firma nützt. Beschäftigte verlieren den Anschluss, die Firma braucht die Ideen aus dem direkten Austausch.

Es spricht aber nichts dagegen, dass Arbeitnehmer auch mal zu Hause arbeiten. Dazu muss man erst die Bedingungen klären: Homeworker sitzen oft länger vor dem Laptop, weil sie ein schlechtes Gewissen treibt. Sie sollten für ihr Privileg aber weder mit Überstunden bezahlen noch mit Erreichbarkeit rund um die Uhr. Das mobile Arbeiten muss erlernt werden wie zuvor der Alltag zwischen Büropflanzen und Kantine.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch