«Letztlich möchte ich einen starken Dollar»

US-Präsident Donald Trump prophezeit am WEF der Dollar werde «stärker und stärker» – und das sei gut so.

Der Dollar «wird stärker und stärker»: Trumps Antwort im CNBC-Interview. Video: Tamedia/Twitter/CNBCnow

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US-Präsident Donald Trump hat sich zu einem starken Dollar bekannt und damit Spekulationen um einen währungspolitischen Kurswechsel in Washington zurückgewiesen. Trump sagte dem US-Sender CNBC am Rande des WEF in Davos, da sich die US-Wirtschaft gut entwickele, werde der Dollar «stärker und stärker werden, und letztlich möchte ich einen starken Dollar sehen».

Trump rückte damit Äusserungen seines Finanzministers Steven Mnuchin zurecht. Dieser hatte bei dem Treffen von Staaten- und Wirtschaftslenkern in Davos am Mittwoch gesagt: «Offensichtlich ist ein schwächerer Dollar gut für uns.» Ein schwächerer Dollar sei «gut, weil dies mit Handel und Chancen zu tun hat». Trump verteidigte seinen Finanzminister mit der Behauptung, dessen Worte seien aus dem Kontext gerissen worden.

US-Währung sackt ab

Mnuchin bezog sich mit seiner Äusserung darauf, dass US-Produkte auf dem Weltmarkt bei einem sinkenden Dollarkurs billiger werden. Das würde US-Unternehmen im Wettbewerb mit Konkurrenten aus anderen Ländern helfen, genau wie ein schwacher Franken Schweizer Exportunternehmen hilft.

Allerdings würden Mnuchins Äusserungen eine Abkehr von der traditionellen US-Regierungspraxis bedeuten, die eigene Währung nicht schlechtzureden. Zudem verbieten die Regeln der Internationalen Währungsfonds IMF, Währungen absichtlich abzuschwächen, um einen Vorteil im Handel daraus zu schlagen – wobei der IMF das Einhalten dieser Regel aber nicht erzwingen kann.

Die Worte des US-Finanzministers sorgten denn auch für erheblichen Wirbel und liessen den Dollarkurs, der sich bereits seit geraumer Zeit nach unten bewegt, noch weiter absacken. Nach Trumps Bekenntnis legte der Dollar aber wieder zu.

Rede in Davos

Trump hat am heutigen Freitag in einer Rede in Davos seinen unter dem Motto «Amerika zuerst» stehenden Kurs verteidigt. Seine Regierung hatte in dieser Woche hohe Zölle auf Solarmodule und Waschmaschinen verhängt, was sich gegen Importeure aus China und Südkorea richtete, sowie auch auf spanische Oliven.

(mch/sda)

Erstellt: 26.01.2018, 13:48 Uhr

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