Nach Libra-Enttäuschung: Bitcoin hebt dank Chinas Plänen ab

Während Facebook mit der Kryptowährung Libra enttäuschte, macht China mit der Technologie vorwärts. Der Bitcoin legt eine Mega-Rally hin.

China macht den Weg für Kryptowährungen frei. Darstellung der virtuellen Bitcoin-Währung vor der chinesischen Flagge. (Illustration) Bild: Dado Ruvic/Reuters

China macht den Weg für Kryptowährungen frei. Darstellung der virtuellen Bitcoin-Währung vor der chinesischen Flagge. (Illustration) Bild: Dado Ruvic/Reuters

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Die Hoffnung auf eine Lockerung der Beschränkungen für Kryptowährungen in China beflügelt den Kurs des Bitcoin. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise verteuerte sich am Montag um bis zu 16 Prozent auf 9948,80 Dollar. Damit summiert sich das Plus über das Wochenende auf gut 33 Prozent. Das ist die stärkste Rally seit eineinhalb Jahren.

Genährt wurde der Optimismus von den Plänen der Regierung in Peking, den Einsatz der den Kryptowährungen zugrunde liegenden Blockchain-Technologie für grenzüberschreitende Finanztransaktionen zu prüfen. «Vor dem Hintergrund der Enttäuschung über Facebooks Libra hatten die meisten Anleger mit weiter fallenden Kursen gerechnet», sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Es sei aber fraglich, ob die aktuelle Rally nachhaltig sei. In den vergangenen Wochen hatten sich mehrere Konzerne aus dem Konsortium für Libra, die geplante Kryptowährung des Online-Netzwerks, zurückgezogen.

Verbreitung über Alibaba

In China hatte das Parlament den Weg für eine eigene Digitalwährung freigemacht. Die Abgeordneten segneten ein entsprechendes Gesetz für die Kryptowährung ab, wie die Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag berichtete.

Das Gesetz werde zum 1. Januar in Kraft treten. Seit dem Jahr 2014 entwickeln die Chinesen eine Online-Währung. Das kurz vor seiner Premiere stehende Digitalgeld Chinas soll Ähnlichkeiten mit der geplanten Facebook-Kryptowährung Libra haben.

Die chinesische Notenbank PBOC plant, die neue Währung unter anderem über Zahlungsplattformen des chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba sowie des ebenfalls einheimischen Internetgiganten Tencent zu verbreiten.

(oli/sda)

Erstellt: 28.10.2019, 09:33 Uhr

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