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Nachtzug fällt bis Oktober aus

Nach der Sperrung der Rheintalbahn gibt es nur für den Güterverkehr Notfallpläne.

Strecke zwischen Rastatt und Baden-Baden (D) wieder offen: Als erstes ist ein Nachtzug von Zürich nach Hamburg über die neuen Geleise gefahren. (2. Oktober 2017)
Strecke zwischen Rastatt und Baden-Baden (D) wieder offen: Als erstes ist ein Nachtzug von Zürich nach Hamburg über die neuen Geleise gefahren. (2. Oktober 2017)
Benedikt Spether, Keystone
Die Strecke war seit dem 12. August für den gesamten europäischen Bahnverkehr gesperrt gewesen. (2. Oktober 2017)
Die Strecke war seit dem 12. August für den gesamten europäischen Bahnverkehr gesperrt gewesen. (2. Oktober 2017)
Benedikt Spether, Keystone
Flixbus profitiert von der misslichen Lage: Ein Fernbus des Unternehmens fährt am Zentralen Omnibusbahnhof in Hannover ab. (Symbolbild)
Flixbus profitiert von der misslichen Lage: Ein Fernbus des Unternehmens fährt am Zentralen Omnibusbahnhof in Hannover ab. (Symbolbild)
Julian Stratenschulte, Keystone
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Vor zwei Tagen hiess es noch, es werde eine Ausweichroute gesucht. Doch der Plan hat sich zerschlagen. Nun ist es fix, dass der Nachtzug von Zürich über Basel nach Berlin und Hamburg den gesamten September und die erste Oktoberwoche nicht fahren wird.

Einen Ersatzzug gibt es nicht. Grund für die Einstellung der wichtigen Verbindung zwischen der Schweiz und Deutschland ist die Streckenunterbrechung durch den eingestürzten Tunnel im deutschen Rheintal bei Rastatt. Während im Tagesverkehr Reisende von Fern- und Regionalzügen auf Busse des Schienenersatzverkehrs umsteigen, ist das im Nachtverkehr nicht möglich. In den vergangenen Tagen bemühten sich die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) als Betreiber des Nightjet genannten Zugs, eine Ausweichroute zu finden. Doch sämtliche Trassen auf Umfahrungsstrecken sind für Güterzüge bestellt.

Um nicht allzu viel Geschäft an die Strasse zu verlieren, haben sich Deutsche Bahn (DB), ÖBB, SBB und SNCF auf ein Massnahmenpaket geeinigt, um «den Schienengüterverkehr als Rückgrat der europäischen Wirtschaft in Fluss zu halten», so eine Mitteilung. Für Korridore durch Frankreich und Österreich werden zusätzlich Lokführer und Lokomotiven bereitgestellt; die Vorschrift, dass die Lokführer in Frankreich Französisch sprechen müssen, soll für den Umleitungsverkehr kurzfristig aufgehoben werden. Zwischen dem Güterbahnhof Kornwestheim bei Stuttgart und Zürich wird ein Güter-Shuttleverkehr eingerichtet. Der Personenverkehr kommt im Notfallplan nicht vor. Die Strecke Zürich–Stuttgart wäre für den Nightjet eine Alternativroute gewesen. Doch die ist nun für den Güterverkehr reserviert.

Neue Fahrpläne

Die Nachtverbindung von der Schweiz nach Hamburg und Berlin wurde mit dem Fahrplanwechsel 2016 von der DB gestartet, aber von den ÖBB übernommen. Der neue Zug sei sehr gut angenommen worden, sagt ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder: «Diese Verbindung war in den ersten neun Monaten eine unserer Topverbindungen, sehr gut gebucht und an vielen Tagen besonders im Schlafwagen ausgebucht.» Dass der Zug nun wochenlang ausfallen muss, sei «ein herber Schlag».

Dennoch hoffen die ÖBB, dass der Zug trotz langer Zwangspause nicht an Attraktivität verliert. Die Strecke habe enormes Potenzial, sagt Rieder. Mit dem nächsten Fahrplanwechsel, im Dezember 2017, werden deshalb Verbesserungen eingeführt. So wird die Fahrzeit durch die Teilung des Zuges in Deutschland verkürzt. Eine Hälfte des Nightjet fährt dann von Zürich nach Hamburg, die andere Hälfte von Zürich nach Berlin.

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