Normalität bleibt für die UBS ein Wunschtraum

Nach dem Urteil in Paris sieht sich die Grossbank auf Jahre unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt.

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Eine krachende Niederlage auf ganzer Linie - anders lässt sich das Urteil des Pariser Strafgerichts gegen die UBS nicht beschreiben. Die der Grossbank aufgebrummte Strafzahlung von gut 5 Milliarden Franken stellt alles in den Schatten, was Schweizer Finanzhäuser bisher an Bussen für fehlbares Verhalten bezahlen mussten. Der einzige Trost für die UBS nach diesem rabenschwarzen Tag: Sie kann - und wird - den Fall an ein Appellationsgericht weiterziehen, wo alles noch einmal ganz neu aufgerollt wird.

Das ist auch dringend wünschbar, gab es doch in dem Verfahren in Paris selbst für unabhängige Beobachter die eine oder andere Besonderheit. So mutet merkwürdig an, dass die Anklage in den fünf Prozesswochen keinen einzigen französischen UBS-Kunden und kein einziges Dokument beibringen konnte, mit denen die Anschuldigungen gegen die Bank – illegale Kundenanwerbung sowie Steuerbetrug und Geldwäsche – hätten untermauert werden können.

Dem Strafgericht hat nun offenkundig als Beweis genügt, dass gegen 4000 UBS-Kunden in Frankreich zwischen 2013 und 2015 das Angebot einer Steueramnestie nutzten, um ihre Schwarzgelder offenzulegen. Vor allem darauf gründete wohl der Richterspruch, wonach die Bank auf französischem Boden systematisch Kunden zur Steuerhinterziehung angestiftet habe.

Dem Gericht hat als Beweis genügt, dass fast 4000 UBS Kunden das Angebot einer Steueramnestie nutzten, um ihre Schwarzgelder offenzulegen.

Und was besonders hellhörig macht: Das Fehlverhalten der UBS wird vom Gericht nicht nur als «extremer Verstoss» gegen französisches Recht taxiert, sondern auch als systematischer Bruch von EU-Gesetzen. Sollen mit dem Verweis etwa andere Länder wie Italien oder Spanien ermuntert werden, die grösste Schweizer Bank ebenfalls unter Anklage zu stellen?

UBS-Chef Sergio Ermotti hat vor Jahren einen Vergleich ausgeschlagen und die Konfrontation mit der französischen Justiz gesucht. Mit diesem Urteil zeigt sich nun, wie viel für die Bank auf dem Spiel steht. Ob Ermotti aber zu hoch gepokert hat, wird erst die nächste Instanz zeigen. Bis es soweit ist, ist klar: Normalität bleibt für die UBS ein Wunschtraum.

Das hätte der UBS und ihren gebeutelten Aktionären gerade noch gefehlt. Das Verfahren in Frankreich wird dem Institut ohnedies noch auf Jahre hinaus am Hals hängen – und in den USA droht eine weitere Milliardenbusse in Zusammenhang mit umstrittenen Praktiken bei verbrieften Hypotheken. Normalität bleibt bei der UBS ein Wunschtraum in weiter Ferne.

Erstellt: 20.02.2019, 21:07 Uhr

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