Polnische Wettbewerbshüter legen Veto gegen Nord Stream 2 ein

Das Projekt zum Bau der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 hat einen Rückschlag erlitten. Die polnische Wettbewerbsbehörde legte Einspruch ein.

Das Joint Venture Nord Stream 2 AG war in Zug ansässig: Gazprom, hier ein Foto vom Hauptsitz in St. Petersburg, ist der weltweit grösse Produzent von Erdgas. (7. Oktober 2015)

Das Joint Venture Nord Stream 2 AG war in Zug ansässig: Gazprom, hier ein Foto vom Hauptsitz in St. Petersburg, ist der weltweit grösse Produzent von Erdgas. (7. Oktober 2015) Bild: Epa/Anatoly Maltsev

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Gegen den Zusammenschluss mehrerer europäischer Unternehmen zu einem Joint Venture mit dem russischen Energiekonzern Gazprom legte Polens Wettbewerbsbehörde Einspruch ein.

Grund sind Bedenken der Wettbewerbsbehörde, dass der Zusammenschluss zu einer «Einschränkung des Wettbewerbs» führt, wie die beteiligten Konzerne am Freitag mitteilten. Zudem drohe der Zusammenschluss die Verhandlungsposition von Gazprom weiter zu verstärken, der bei der Lieferung von Gas nach Polen bereits eine dominante Stellung habe, kritisierte die Wettbewerbsbehörde, die Ende Juli ihre Einwände veröffentlicht hatte.

Plan zum Pipeline-Bau

Als Folge des Entscheid geben die beteiligten Unternehmen Gazprom, Engie, Shell, OMV, Uniper und Wintershall den Plan zur Schaffung des Joint Venture Nord Stream 2 AG auf. Diese Gesellschaft war in Zug ansässig. Festgehalten werden soll aber am Plan zum Bau der Pipeline.

«Das Joint-Venture-Projekt wird nicht umgesetzt», doch das «Nord-Stream-2-Projekt selbst wird nicht aufgegeben», sagte ein Sprecher des französischen Konzerns Engie.

Die neue Gaspipeline soll die bestehende Nord-Stream-Pipeline ergänzen, die Russland durch die Ostsee mit Deutschland verbindet. Die neue Ostseepipeline soll acht Milliarden Euro kosten und eine Kapazität von 55 Milliarden Kubikmeter haben. Während Berlin das Projekt unterstützt, ist es in Osteuropa hoch umstritten. (foa/sda)

Erstellt: 13.08.2016, 03:14 Uhr

Artikel zum Thema

Russland stoppt Gaslieferungen an die Ukraine

Nachdem der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine erst vor wenigen Wochen beigelegt wurde, nehmen die Spannungen zwischen den beiden Ländern wieder zu. Mehr...

Jetzt ist das Gazprom-Imperium dran

Google war gestern, heute kommt der russische Energieriese auf Brüssels Agenda. Die Vorwürfe an Gazprom, die Gründe für die Missgunst. Mehr...

Schweizer Verfahren gegen Gazprom-Manager

Die Bundesanwaltschaft hat mehrere Millionen Franken mutmassliche Schmiergelder blockiert. Sie will im kommenden Jahr zwei Kaderleute des russischen Energiekonzerns vor Gericht bringen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Kommentare

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Eine fast aussterbende Tradition: Tänzer führen den Thengul-Tanz während der 74. Indonesischen Unabhängigkeitsfeier im Präsidentenpalast in Jakarta, Indonesien vor. (17. August 2019)
(Bild: Antara Foto/Wahyu Putro) Mehr...