Rekord und Verlust: So steht es um Sawiris’ Andermatt-Projekt

Der ägyptische Investor hat im Urserntal bereits über eine Milliarde investiert. Der Umsatz ist im letzten Jahr deutlich gestiegen.

Hat in Andermatt massiv investiert: Samih Sawiris. Archivbild: Joseph Khakshouri

Hat in Andermatt massiv investiert: Samih Sawiris. Archivbild: Joseph Khakshouri

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Die Destination Andermatt hat im vergangenen Jahr wichtige Meilensteine erreicht. Nach der Eröffnung des zweiten Hotels und der Verbindung der beiden Skigebiete Andermatt und Sedrun tritt das Projekt des ägyptischen Investors Samih Sawiris in eine neue Phase ein. Nun sollen die Früchte der hohen Investitionen geerntet werden.

Seit Projektbeginn hat Andermatt Swiss Alps (ASA) bereits mehr als eine Milliarde Franken investiert. Allein im letzten Jahr flossen Investitionen in Höhe von 150 Millionen Franken in den Ausbau des Skigebiets und in den Bau von weiteren Immobilien. Der Umsatz stieg dabei über alle Segmente hinweg um 87 Prozent auf 136 Millionen Franken an.

ASA-CEO Franz-Xaver Simmen zeigt sich am Dienstag vor den Medien zufrieden mit dem Erreichten: «Das Gesamtprodukt ist jetzt stimmig.» Dank den hohen Investitionen sei Andermatt nun definitiv auf die touristische Landkarte zurückgekehrt.

Skigebiet gewinnt an Attraktivität

Allein 140 Millionen Franken investierte die Gesellschaft in den Zusammenschluss der beiden Skigebiete Andermatt und Sedrun. Die Entwicklung der Besucherzahlen zeige, dass diese Investitionen gerechtfertigt gewesen seien, so Simmen weiter. So stieg die Zahl der Skidays vom 1. Oktober 2017 bis zum 31. März um 36 Prozent auf 450’000. Auch dank deutlich höheren Gastronomieumsätzen legte der Umsatz der Ski-Arena gar um 70 Prozent auf 23,8 Millionen Franken zu.

Profitiert habe man in diesem Winter natürlich auch vom frühen Saisonstart und den ausserordentlichen Wetterbedingungen, räumte der ASA-Chef ein. Die aktuelle Saison läuft noch bis zum 19. Mai. Ab sofort könnten auch Jahresabonnemente für die kommende Saison 2019/20 mit einer Vergünstigung bezogen werden.

Für 110 Millionen Franken Immobilien verkauft

Einen grossen Sprung machte die Gesellschaft im vergangenen Jahr auch bei den Immobilienverkäufen. So wurden 2019 Immobilien im Wert von 110,2 Millionen Franken verkauft, was ein neuer Rekordwert bedeutet. Der Grossteil der Verkäufe ist dabei auf eine Blocktransaktion mit Taurus Immobilien zurückzuführen, die ASA rund 51 Millionen in die Kasse spülte. Aber auch sonst habe sich die Nachfrage nach Immobilien deutlich belebt, führte Finanzchefin Melina Marty aus.

Im Luxushotel The Chedi Andermatt übernachteten im vergangenen Jahr 43’000 Gäste – das sind 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg dabei um 17 Prozent auf 26 Millionen Franken an. Dank des Umsatzanstiegs sei es zum ersten Mal seit der Eröffnung vor fünf Jahren gelungen, schwarze Zahlen zu erwirtschaften, sagte Hotelmanager Jean-Yves Blatt stolz. Neben dem Chedi wurde in Andermatt Ende Dezember mit dem Radisson Blu ein weiteres Hotel mit 179 Zimmern sowie 110 Suiten eröffnet.

Weiterhin hoher Verlust

Die Jahresrechnung wurde durch die hohen Investitionen und Anlaufkosten wie erwartet stark belastet. Unter dem Strich resultierte ein Verlust von 41 Millionen Franken, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 30 Millionen verbucht wurde. «Wir haben nun vom Projektmodus in den Betriebsmodus geschaltet», so Simmen. Die künftigen Investitionen würden nun stark auf die Nachfrage ausgerichtet. Der Fokus liege auf einer weiteren Umsatzsteigerung bei gleichzeitiger Kostenoptimierung. Das Erreichen der Gewinnschwelle sei dabei in hohem Grad vom Timing der weiteren Ausbauschritte abhängig.

Dies werde aber nicht mehr während seiner Amtszeit geschehen, merkte Simmen mit einem Lächeln an. Wie bereits bekannt, wird Simmen die Gesellschaft per Ende April verlassen. Bis sein Nachfolger gefunden wird, übernimmt Khaled Bichara, CEO von Orascom DH, die Leitung interimistisch. Orascom hält derzeit 49 Prozent an ASA, will aber innerhalb der nächsten zwei Jahre die Mehrheit von Samih Sawiris zurückkaufen, wie Anfang Jahr vermeldet wurde. (sda/red)

Erstellt: 09.04.2019, 17:34 Uhr

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