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SBB: Pilloud und Meyer trennten sich im Streit

Laut Insidern brodelte es in der SBB-Konzernleitung vor Jeannine Pillouds Sesselwechsel.

Jeannine Pilloud (l.), ehemals Leiterin SBB Personenverkehr, mit Andreas Meyer, CEO SBB (Mitte) während einer Medienkonferenz. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)
Jeannine Pilloud (l.), ehemals Leiterin SBB Personenverkehr, mit Andreas Meyer, CEO SBB (Mitte) während einer Medienkonferenz. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Vergangene Woche gaben die SBB überraschend bekannt, dass Personenverkehrschefin Jean­nine Pilloud die Konzernleitung Ende Jahr verlässt. Der Sesselwechsel ist alles andere als freiwillig, sondern das Resultat eines seit längerem schwelenden Streits, wie die SonntagsZeitung berichtet.

«SBB-Chef Andreas Meyer war sehr unzufrieden mit Pillouds Leistung», sagt ein Eingeweihter. Er habe ihr vorgeworfen, Zugverspätungen und andere wichtige Probleme nicht angepackt zu haben. «Pilloud und Meyer können nicht miteinander und haben sich in der Halböffentlichkeit gegenseitig schlechtgemacht», sagt ein weiterer Insider.

«Meyer schiebt Probleme ab»

Ein anderer sagt: «An Sitzungen mit anderen Bahnunternehmen waren die Spannungen zwischen Meyer und Pilloud spürbar. Sie kommunizierten aneinander vorbei.» Während Meyer der scharfe Analytiker sei, der sich an Papiere, Zahlen und Fristen halte, sprühe Pilloud vor spontanen Ideen. Sie bleibe jedoch oft im Ungefähren und Visionären. Meyer habe öfter durchblicken ­lassen, dass ihm die Arbeit von ­Pilloud zu wenig konkret sei.

Diese Kritik sei unfair, sagt ein Beobachter. Dass ihr Leistungsausweis durchzogen sei, liege nicht vorwiegend an ihr, sondern am Diktat des Konzernchefs, dem sie sich unterordnen musste. So sei Meyer und nicht Pilloud für das Debakel mit den Bombardier-Zügen verantwortlich. Auch für verspätete Züge könne sie oft nichts, denn Verspätungen seien meist infrastrukturbedingt. «Meyer schiebt Probleme, die er selber verantwortet, auf andere ab – aber er sonnt sich gerne, wenn es etwas zu feiern gibt», sagt der Beobachter.

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Unterwegs im ersten SBB-Zug mit Autopilot

Die Bahn testete auf einer Fahrt, wo die Technik dem Lokführer die Arbeit abnehmen kann. (SDA-KEY, Dezember 2017)

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Bilder: Jeannine Pilloud verlässt SBB-Konzerleitung

Jeannine Pilloud tritt von ihrem Posten als Chefin des Personenverkehrs zurück.
Jeannine Pilloud tritt von ihrem Posten als Chefin des Personenverkehrs zurück.
Anthony Anex, Keystone
Sie übernimmt ab Anfang 2018 die neue Aufgabe als «SBB-Delegierte für ÖV-Branchenentwicklung».
Sie übernimmt ab Anfang 2018 die neue Aufgabe als «SBB-Delegierte für ÖV-Branchenentwicklung».
Keystone
Toni Häne wird ab 1. Januar der neue Chef des Personenverkehrs: «Die starke Bahn mit grosser Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit steht für mich im Zentrum. Auf dieser soliden Basis können die SBB die Herausforderungen im zunehmenden Wettbewerb anpacken.»
Toni Häne wird ab 1. Januar der neue Chef des Personenverkehrs: «Die starke Bahn mit grosser Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit steht für mich im Zentrum. Auf dieser soliden Basis können die SBB die Herausforderungen im zunehmenden Wettbewerb anpacken.»
SBB/Twitter
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