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Die Schweiz ist das wettbewerbsfähigste Land der Welt

Ein internationaler Vergleich zeigt, in welchen Wirtschaftsbereichen die Schweiz top ist und wo sie noch zulegen kann.

Die Schweiz ist das wettbewerbsfähigste Land der Welt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF). Es ist das neunte Mal in Folge, dass die Schweiz den Spitzenplatz belegt – dieses Mal allerdings nur äusserst knapp. Die USA erreichten mit 5,85 von 7 möglichen Punkten praktisch die gleich gute Bewertung. Damit überholen die Vereinigten Staaten Singapur und belegen neu den zweiten Rang.

Wie im letzten Jahr werden die Top 5 von Holland und Deutschland komplettiert. Grosser Gewinner unter den zehn wettbewerbsfähigsten Ländern ist Hongkong, das drei Plätze nach oben auf Rang 6 steigt und Schweden, Grossbritannien und Japan hinter sich lässt, die alle jeweils um einen Rang gefallen sind. Finnland verbleibt auf Rang 10.

Die Schweiz konnte insgesamt am meisten überzeugen, landete aber bei weitem nicht in jeder Kategorie zuoberst. Für die Studie haben die WEF-Autoren diverse Faktoren untersucht, die zur Produktivität und zum Wohlstand eines Landes beitragen. Dazu gehören beispielsweise Bildungssysteme, Gesundheit, technologische Standards, Unternehmenskulturen sowie Effizienz des Arbeitsmarktes.

Die Schweiz ist das weltweit innovativste Land und hat den effizientesten Arbeitsmarkt, der die komplexesten Geschäfte abwickelt. Zudem hat sie ein gutes Gesundheits- und Bildungssystem und einen hohen technologischen Standard. In diesen Bereichen wird sie nur von Finnland beziehungsweise Luxemburg übertrumpft. In zehn der zwölf untersuchten Kategorien gehört sie global zu den Top 6. Der Schweizer Finanzmarkt kam in den letzten Jahren stark unter Druck, entwickelt sich im internationalen Vergleich aber immer noch gut (Rang 8). Nur punkto Marktgrösse kann die Schweiz verständlicherweise nicht mithalten und landet auf Rang 39.

Ihre hohe Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftsleistung verdankt die Schweiz laut der WEF-Studie «extrem starken Grundlagen wie dem Gesundheitswesen, der Grundbildung und einem vergleichsweise soliden makroökonomischen Umfeld». Ihre Wirtschaft sei sehr flexibel, die Aufnahmefähigkeit für neue Technologien hoch, genauso wie der Schutz von Rechten. Auch die hohe Beschäftigung und die im Vergleich tiefe Ungleichheit werden positiv hervorgehoben.

Neben all den positiven Aspekten gibt es aber auch Umstände, die das Geschäften erschweren. Das WEF hat dazu eine Meinungsumfrage unter fast 13’000 Führungskräften aus 133 Ländern durchgeführt. Die ineffiziente Bürokratie stellt demnach das grösste Hindernis in der Schweiz dar: 19 Prozent der Befragten bezeichneten sie als problematischsten Faktor.

Die restriktive Arbeitsregulierung, Steuervorschriften und vielleicht etwas überraschender auch unzureichend ausgebildete Arbeitskräfte werden von den befragten Führungskräften ebenfalls als hinderlich empfunden. Dafür spielen in der Schweiz Kriminalität oder instabile politische Verhältnisse keine Rolle, die in anderen Ländern die wirtschaftliche Entwicklung behindern.

Weltweit ortet die WEF-Studie drei Problembereiche bei der Wettbewerbsfähigkeit: ein instabiler Finanzsektor, schwache Arbeitnehmerrechte und fehlgeleitete Investitionen. Die Finanzsysteme hätten sich noch immer nicht vom Schock von der Finanzkrise 2007 erholt, schreiben die Autoren. Stabile Finanzmärkte seien aber die Voraussetzung für Investitionen und Innovationen. In nicht regulierten Arbeitsmärkten würde sich der Wettbewerb verbessern, sofern Flexibilität mit angemessenem Schutz der Arbeitnehmerrechte kombiniert werde. «Bei dem zu erwartenden massenweisen Wegfall von Jobs durch Automatisierung und Robotisierung wird es darauf ankommen, widerstandsfähige Strukturen zu schaffen und Arbeitnehmer in Übergangsphasen zu unterstützen», heisst es in der Studie.

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