Schweizer Börse rutscht ab – Credit Suisse verliert kräftig

Schlechte US-Konjunkturdaten und der Handelskonflikt der Staaten mit China drücken auf die Märkte.

UBS- und Credit-Suisse-Aktien verzeichnen einen Kursabschlag. Die Gebäude der beiden Banken am Zürcher Paradeplatz. (1. Oktober 2019) Bild: Arnd Wiegmann/Reuters

UBS- und Credit-Suisse-Aktien verzeichnen einen Kursabschlag. Die Gebäude der beiden Banken am Zürcher Paradeplatz. (1. Oktober 2019) Bild: Arnd Wiegmann/Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Schweizer Börse ist am Dienstag abgerutscht. Der Leitindex SMI sank um 1,1 Prozent auf 9973 Punkte. Der grösste Unsicherheitsfaktor bleibt der US-chinesische Handelsdisput und die Angst vor möglichen negativen Auswirkungen auf die globale Konjunktur. Anleger setzen nur zögerlich darauf, dass es bei der nächsten Gesprächsrunde, die am 10. Oktober beginnt, zu einer Annäherung kommt. Zudem sorgten schlechter als erwartete US-Konjunkturdaten für schlechte Stimmung.

Zu den grössten Verlierern unter den Schweizer Bluechips gehört die Credit Suisse mit einem Kursabschlag von 2,2 Prozent. Die Grossbank nimmt in der Beschattungs-Affäre Konzernchef Tidjane Thiam aus der Schusslinie. Thiam habe von der Überwachung des zum Erzrivalen UBS gewechselten Spitzenmanagers Iqbal Khan nichts gewusst, sagte Verwaltungsrats-Präsident Urs Rohner am Dienstag. Die UBS-Aktien dagegen notierten 1,1 Prozent tiefer.

Grösster SMI-Verlierer war LafargeHolcim: Die Aktein des Zementherstellers büssten 2,8 Prozent ein, nachdem JP Morgan und die Deutsche Bank das Kursziel gesenkt hatten. Stark belastet wurde der Markt von Indexschwergewicht Nestle, dessen Aktien 1,7 Prozent nachgaben. Auch die beiden anderen SMI-Riesen Novartis und Roche rutschen ins Minus.

Am breiten Markt stiegen die AMS-Anteile um 1,4 Prozent. Die Anleger spekulieren, dass dem österreichischen Chip- und Sensorhersteller der 4,5 Milliarden Euro schwere Kauf von Osram nicht gelingt.

US-Industrie schrumpft wie seit 2009 nicht mehr

Die US-Industrie schrumpft einer Umfrage zufolge so stark wie seit rund zehn Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanager-Index rutschte im September auf 47,8 Punkte von 49,1 Zählern im Vormonat, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Firmenbefragung des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht.

Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2009, als die USA unter den verheerenden Folgen der Finanzkrise litten. Von Reuters befragte Ökonomen wurden von dem Rückgang im September überrascht, da sie mit einem Anstieg des Barometers auf 50,1 Zähler gerechnet hatten. Es signalisiert bei Werten über 50 Punkten Wachstum.

Die Bauausgaben in den USA stiegen unterdessen nur leicht. Sie zogen im August um 0,1 Prozent an, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg von 0,4 Prozent gerechnet.

(oli/reuters/sda)

Erstellt: 01.10.2019, 17:12 Uhr

Artikel zum Thema

CS-Rohner an PK zur Bespitzelungsaffäre: «Unsere Reputation hat gelitten»

Beben am Bankenplatz Zürich: Zwei CS-Topshots müssen gehen. Die Bank informierte am Paradeplatz. Alle News im Ticker. Mehr...

SMI schliesst bei über 10'000 Punkten und nähert sich Allzeithoch

Die Konjunkturspritze der chinesischen Notenbank hat an der Schweizer Börse am Freitag für gute Stimmung gesorgt. Mehr...

Trump erhöht Strafzölle gegen China – Wall Street auf Talfahrt

Die USA reagieren auf die jüngste Massnahme aus Peking. Der Handelskrieg trübt indessen die Stimmung an der Börse. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Russische Torte: Indische Konditoren legen letzte Hand an eine essbare Kopie der Moskauer Basilius-Kathedrale, die sie für die 45. Kuchenausstellung geschaffen. (12. Dezember 2019)
(Bild: Jagadeesh NV) Mehr...