Schweizer Börse von Italien-Ängsten geplagt

Anleger sorgen sich um die harte Haltung Roms. Zudem macht sie der anhaltende Verfall des Ölpreises nervös.

Rom will angesichts des Brückeneinsturzes von Genua und der Unwetterkatastrophe mehr «Flexibilität» bei der Budgetplanung. (Archivbild) Bild: Max Rossi/Reuters

Rom will angesichts des Brückeneinsturzes von Genua und der Unwetterkatastrophe mehr «Flexibilität» bei der Budgetplanung. (Archivbild) Bild: Max Rossi/Reuters

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Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit deutlich tieferen Notierungen in den Handel gestartet. Kopfschmerzen bereitet Anlegern Börsianern zufolge die harte Haltung der italienischen Regierung im Haushaltsstreit mit der EU.

Ausserdem mache der anhaltende Verfall des Ölpreises nervös. Der zuletzt massive Ölpreisverfall nähre Zweifel am Zustand der Weltkonjunktur.

Der SMI als wichtigster Schweizer Aktienindex notierte gegen 09.30 Uhr 0,86 Prozent tiefer bei 8'938 Punkten, die Gewinne der vergangenen Woche sind damit bereits wieder eliminiert. Aber auch andere Märkte wie der deutsche Dax (-0,8%), der britische FTSE 100 (-0,7%) oder der französische CAC 40 (-1,0%) lassen Federn.

AMS und Logitech verlieren am deutlichsten

Unter den wichtigsten Schweizer Einzeltiteln figurierten zur Berichtszeit die Technologiewerte AMS (-3,9%) und Logitech (-2,3%) zuoberst bei den Verlierern. Die Grossbankenaktien UBS (-2,4%) und Credit Suisse (-2,2%) standen wegen der Sorgen um Italien unter besonderer Beobachtung. Auch die Aktien konjunktursensitiver Firmen verloren zum Teil deutlich.

An der Spitze der Tabelle lagen – wie üblich in solchen Phasen – vor allem Titel wie Nestlé, Novartis oder Swisscom mit nur ganz kleinen Abgaben. Sie halten sich in turbulenten Phasen jeweils besser als andere Werte. Sie gelten als «defensive Absicherung».

(oli/sda)

Erstellt: 14.11.2018, 11:18 Uhr

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Italien bleibt stur

Italien hat seine Haushaltspläne in einem Brief an die EU-Kommission verteidigt und von Brüssel mehr «Flexibilität» für Sonderausgaben gefordert. Rom begründete dies mit dem Brückeneinsturz in Genua und den schweren Unwettern vor zwei Wochen.

Man brauche bei der Budgetplanung «Flexibilität für besondere Ereignisse», heisst es in einem Schreiben des italienischen Finanzministers Giovanni Tria an die EU-Kommission.

Die italienische Regierung hatte am Dienstagabend kurz vor Ablauf einer von der EU gesetzten Frist angekündigt, den Haushaltsentwurf für 2019 nicht zu verändern. Rom plant weiter mit einer Neuverschuldung von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dabei handele es sich um eine «unüberschreitbare Grenze», schrieb Tria in seinem Brief.

Eingerechnet hat die italienische Regierung im Budgetplan für die kommenden drei Jahre demnach Sonderausgaben von 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, um die Schäden nach den tagelangen Unwettern Ende Oktober und Anfang November und dem Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua im August zu beseitigen.

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