Zum Hauptinhalt springen

Schweizer Firmen werben unfreiwillig auf Breitbart

Trotz einer schwarzen Liste landen Werbebanner von Schweizer Firmen weiterhin auf dem ultrarechten Internet-Portal – und finanzieren dieses somit unfreiwillig mit.

Schweizer Werbung auf Breitbart: «2xWeihnachten», eine gemeinsame Aktion des Schweizerischen Roten Kreuzes, der SRG SSR, Post und Coop.
Schweizer Werbung auf Breitbart: «2xWeihnachten», eine gemeinsame Aktion des Schweizerischen Roten Kreuzes, der SRG SSR, Post und Coop.
Screenshot Breitbart
Werbung der Zürich-Versicherung.
Werbung der Zürich-Versicherung.
Screenshot Breitbart
Auch ein Abo-Inserat der Weltwoche erscheint auf Breitbart. Die Tendenz der WeWo zu rechtskonservativen bis rechtspopulistischen Positionen passt allerdings schon eher ins Bild der ultrarechten Newsseite.
Auch ein Abo-Inserat der Weltwoche erscheint auf Breitbart. Die Tendenz der WeWo zu rechtskonservativen bis rechtspopulistischen Positionen passt allerdings schon eher ins Bild der ultrarechten Newsseite.
Screenshot Breitbart
1 / 4

Bereits vor einem Jahr trafen Internet-Nutzer auf dem ultrarechten Newsportal Breitbart auf Werbung von Schweizer Firmen, was auf Social Media für einen Sturm der Entrüstung sorgte. Die Firmen distanzierten sich von der Plattform und versicherten, keine Werbung mehr auf dem Leitmedium der Alt-Right-Bewegung zu platzieren. Nun sind die Logos von Schweizer Firmen aber erneut auf dem umstrittenen Portal aufgetaucht.

Obschon Breitbart auf einer schwarzen Liste steht, ist unter anderem Werbung von Swiss, Migros und Christ Uhren und Schmuck (gehört zur Coop Genossenschaft) zu sehen, wie Srf.ch berichtet.

Ebenfalls zu sehen ist «2xWeihnachten», eine gemeinsame Aktion des Schweizerischen Roten Kreuzes, der SRG SSR und Post sowie Coop.

Surfverhalten massgebend

Laut SRF klärt Coop derzeit ab, wie die Werbung auf Breitbart gekommen ist. Die Migros hingegen verweist auf einen Partner, dessen Agentur dafür verantwortlich sein soll. Aufschlussreicher sind die Antworten der «Schweizer Illustrierten» (SI) und der Swiss: Die SI hatte eine Werbekampagne für ein flexibles Abo auf Facebook lanciert. Auf Breitbart landete die Werbung, weil Facebook mit weiteren, der SI nicht bekannten Websites kooperiert.

Bei der Swiss wurde die Werbung via Google geschaltet. Deren Software platziert den Banner automatisch auf diverse Websites, obschon die schwarze Liste eigentlich verhindern sollte, dass die Werbung auf einschlägigen Seiten landet. Ausschlaggebend für das Erscheinen der Banner ist offenbar ein gewählter Algorithmus, der sich am Surfverhalten der Breitbart-Leser orientiert.

Die Werbung lässt die Kassen von Breitbart klingeln, weshalb seit Ende Jahr die Twitter-Initiative «Sleeping Giants» Firmen auf ihre Anzeigen aufmerksam macht. Mit Erfolg: Rund 300 Unternehmen haben Breitbart bereits blockiert, wie die «Handelszeitung» schreibt. Insgesamt verzichten rund 20 Schweizer Firmen auf Werbung auf Breitbart.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch