Schweizer Leitindex steigt auf neues Hoch

Der SMI stieg am Dienstag erstmals auf über 9800 Punkte. Die Händler warnen allerdings vor allzu grossem Optimismus.

Die Börse startete optimistisch in die neue Woche.

Die Börse startete optimistisch in die neue Woche. Bild: Christian Beutler/Keystone

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An der Schweizer Börse hat der Leitindex SMI am Dienstag ein neues Rekordhoch erklommen. Nach dem langen Pfingstwochenende startete der SMI mit höheren Kursen in die neue Woche und überstieg die 9800-Punkte-Marke.

Marktbeobachter verwiesen unter anderem auf die Pläne Chinas, Investitionen in Infrastrukturprojekte zu erleichtern, um die Konjunktur anzukurbeln. Hinzu komme die anhaltende Aussicht auf eine Zinssenkung in den USA. In diesem Zusammenhang wetterte der US-Präsident erneut gegen das Fed: Die Zinsen seien «viel zu hoch», twitterte Donald Trump.

Zuversichtlich stimmte die Anleger indes auch die Einigung im Zollstreit der USA mit Mexiko. Diese schürte zudem Hoffnung mit Blick auf den Handelskonflikt mit China. Am G-20-Gipfel Ende des Monats ist ein Treffen der Präsidenten geplant: «Ein Abendessen wird zwar nicht die Probleme lösen können, die sich in den vergangenen Wochen im Handelsstreit zwischen den USA und China aufgetan haben», kommentierte ein Marktbeobachter.

«Die Märkte hoffen dennoch, dass Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege den Gesprächsfaden wieder aufnehmen, der im Mai abgerissen ist.» Händler warnten insgesamt aber auch vor zu viel Optimismus. So mehrten sich etwa die Anzeichen, dass die Konjunktur in Europa an Schwung verliert.

Mehrere Branchen ziehen an

Der Swiss Market Index (SMI) stieg am Ende 0,89 Prozent auf 9'835,87 Punkte. Nachdem am Morgen das Anfang Mai zuletzt gesetzte Hoch von 9'787 Zählern geknackt worden ist, wurde am Dienstagnachmittag ein neuer Rekord bei 9'871 Punkten markiert.

An der Spitze der Gewinner schlossen unter anderem AMS (5,1%), Logitech (3,3%) und Temenos (3,2%). Eine starke Performance der US-Technologiewerte und eine positive Studie von Liberum zum Halbleitermarkt lieferten Unterstützung. Im Handel war zudem von aggressiven Deckungskäufen in den Aktien von AMS die Rede.

Gefragt waren auch die Bankaktien: Julius Bär (4,1%), Credit Suisse (2,7%) und UBS (1,9%) zogen deutlich an. Bei den Grossbanken kam es im allgemein freundlichen Umfeld zu einer klaren Gegenbewegung, nachdem sich die Grossbankenwerte in der vergangenen Woche seitwärts bewegt hatten und in den Wochen zuvor deutlich zurückgekommen waren. «Es darf nicht vergessen werden, Bankaktien sind unterbewertet und haben viel Aufholpotenzial», sagte ein Händler. (fal/sda)

Erstellt: 11.06.2019, 18:12 Uhr

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