Sexismus in deutschen Start-ups

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In Deutschland gab es bislang keine vergleichbare Debatte über Gründerinnen, die von Investoren sexuell belästigt wurden. Bekannt ist nur ein Fall aus dem Sommer 2014: Damals begegnete die Gründerin Gesche H. auf einer Konferenz in Berlin dem Investor und Journalisten Pavel C., der auch als Mentor in einem Berliner Gründerzentrum tätig war. Nach der Veranstaltung schrieb er ihr eine Mail: «Hey G. I will not leave Berlin without having sex with you. Deal? Pavel.» Die Gründerin machte den Vorfall öffentlich - und fand so heraus, dass eine weitere Konferenz-Teilnehmerin eine solche Mail erhalten hatte. C. entschuldigte sich für die E-Mails - er sei auch bereit, sich mit einem grossen Blumenstrauss dafür zu entschuldigen. Seinen Job als Mentor und als Autor für einen Blog war er danach los.

Dass es in deutschen Start-ups ein Sexismus-Problem gibt, will das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag der Bild am Sonntag herausgefunden haben: Der kürzlich veröffentlichten Studie zufolge hat mehr als die Hälfte deutscher Start-up-Mitarbeiterinnen in den vergangenen zwölf Monaten sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt. Knapp ein Drittel der Befragten sei gegen den Willen berührt, ein Fünftel geküsst worden. In traditionellen Unternehmen sei sexuelle Belästigung weniger verbreitet - der Umfrage nach waren dort nur 28 Prozent betroffen. Innofact befragte 200 Start-up-Mitarbeiterinnen und 1000 Frauen aus traditionellen Unternehmen. Die Ergebnisse sind nicht bevölkerungsrepräsentativ. Dem Bundesverband Deutscher Start-ups liegen weder Statistiken noch Hinweise vor, dass es dieses Problem gibt. (Sophie Burfeind)

Erstellt: 07.07.2017, 09:29 Uhr

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