So gross würde die neue deutsche Bank nach der Fusion

Werden die Deutsche Bank und die Commerzbank eins? Ein Zusammenschluss würde das internationale Gefüge durchrütteln – aber nicht überall.

Fusionieren Deutsche Bank und Commerzbank? Hinter den Kulissen laufen Gespräche zwischen den Banken. Foto: Keystone

Fusionieren Deutsche Bank und Commerzbank? Hinter den Kulissen laufen Gespräche zwischen den Banken. Foto: Keystone Bild: Keystone

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Die Deutsche Bank und die Commerzbank flirten heftig. Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz bestätigte Gespräche zwischen den beiden grössten deutschen Banken. Schon länger wird über die Fusion der Institute spekuliert. Mit dem Zusammenschluss würde eine neue Grossbank entstehen.

Im internationalen Vergleich dominieren chinesische Banken. Gleich drei Institute aus dem Land der Mitte sind – gemessen an der Bilanzsumme – an der Spitze der Liste der weltweit grössten Banken. Auf Platz 6 ist die erste US-amerikanische Bank, dahinter folgen die britische HSBC und die französische PNB Paribas.

Die Deutsche Bank ist in diesem Vergleich die 15.-grösste Bank. Käme die Commerzbank hinzu, würde die Bilanzsumme auf über 2 Billionen Dollar ansteigen. Das neue Finanzinstitut wäre die zweitgrösste Bank in Europa und unter den zehn grössten Banken der Welt. Doch der Abstand zu den Chinesen ist immer noch beträchtlich. Die Nummer 1 – die Industrial and Commercial Bank of China – hätte noch immer eine um fast 1,3 Billionen Dollar grössere Bilanzsumme.

Die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse backen in diesem Ranking kleinere Brötchen. Die UBS wies Ende 2016 eine Bilanzsumme von rund 920 Milliarden Dollar aus, Konkurrent Credit Suisse etwas über 800 Milliarden Dollar.

Keine Grossfusionen mehr

Die Zusammenkunft von Deutscher Bank und Commerzbank wäre also eine der ganz grossen Fusionen in der Finanzwelt. Und die aufsehenerregendste seit Jahren, ja, seit Jahrzehnten.

Doch die innerdeutsche Fusion ist nicht das einzige Konsolidierungsgerücht in der Branche. Im vergangenen Jahr berichteten Medien über ein mögliches Zusammengehen von UniCredit, dem grössten italienischen Kreditinstitut, und Frankreichs Société Générale. Die beiden Banken würden sich dadurch in ähnlichen Gefilden wiederfinden wie eine fusionierte Deutsche Bank/Commerzbank.

Auch in England gab es Gerüchte einer Fusion von Barclays und Standard Chartered. Auch in den USA zeichnet sich eine grössere Fusion ab. Dort wollen BB&T und SunTrust zusammengehen und würden danach zu den grössten sechs amerikanischen Banken gehören.

Seither waren grosse Übernahmen selten, auch weil die Bankregulatoren nach der Finanzkrise solche Zusammenschlüsse kritisch beäugen.

Die letzten aufsehenerregenden Fusionen in der Bankenwelt sind schon ein Weilchen her. So wollten just vor der Weltwirtschaftskrise die Royal Bank of Scotland, die belgisch-niederländische Fortis und die spanische Banco Santander die ABN Amro unter sich aufteilen. Doch auch die britische Barclays war interessiert. Es folgte ein Hickhack um die Bank, mit mehreren Verstaatlichungen und einer Neugründung der niederländischen ABN Amro.

Ebenfalls 2008 näherten sich die Deutsche Bank und die Postbank an. Nach einem Kurswechsel wurde der Integrationsprozess der Postbank erst vor kurzem abgeschlossen.

Seither waren grosse Übernahmen selten, auch weil die Bankregulatoren nach der Finanzkrise solche Zusammenschlüsse kritisch beäugen. Wenn, dann waren es kleinere Institute, die fusionierten.

Erstellt: 12.03.2019, 22:28 Uhr

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