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So schaffen Sie den Anschluss

Die Swisscom schafft das analoge Angebot ab und lässt künftig alle Kunden digital telefonieren. Was Sie tun müssen, damit Sie nicht ohne Summton dastehen.

Das analoge Telefonnetz in der Schweiz ist über 100 Jahre alt. Foto: Keystone
Das analoge Telefonnetz in der Schweiz ist über 100 Jahre alt. Foto: Keystone

1880 wurde in Zürich das erste innerstädtische Telefonnetz der Schweiz in Betrieb genommen. Ein Jahr später folgten Basel und Bern. Das analoge Telefonnetz, das es noch heute gibt, geht direkt auf diese ersten Netze zurück. «Es basiert auf einer Technologie, die über 100 Jahre alt ist», sagte Swisscom-Manager Beat Döös gestern in Zürich. Swisscom will diese Technologie nun abschalten. Der Telecomanbieter migriert deshalb die Kunden auf digitale IP-Telefonie. Die wichtigsten Fakten zum Mammutprojekt «All IP»:

Ist das etwas Neues?

Nein. Drei Viertel der Swisscom-Kunden telefonieren bereits digital. Bei vielen wurde die Umstellung vorgenommen, als sie ein neues Produkt bezogen, etwa Swisscom TV 2.0.

Muss ich etwas tun?

Wenn Sie etwas ändern müssen, werden Sie von der Swisscom kontaktiert. Sie ­erhalten dann einen Router zugeschickt. Statt direkt an die Telefonbuchse schliessen Sie Ihr Telefon neu an diesen an.

Brauche ich ein neues Telefon?

Nein, die allermeisten Telefone funktionieren mit der neuen Technologie. Probleme gibt es bei alten Wählscheibetelefonen oder Tastentelefonen ohne Stern- und Rautetaste. Diese können nicht direkt mit dem Router verbunden werden. Es gibt aber Konverter. Swisscom unterstützt diese jedoch nicht und empfiehlt den Wechsel auf ein IP-Telefon.

Was ist mit ISDN-Geräten?

Heute sind diese nicht kompatibel mit IP. Ab 1. Januar 2018 ist die Swisscom aber verpflichtet, kostenlos Router mit ISDN-Schnittstelle zur Verfügung zu stellen. Damit könnten die Geräte weiter genutzt werden. Allerdings gilt das nur für Privatkunden, die ein minimales Grundversorgungsangebot beziehen. Der grossen Mehrheit der Privatkunden, die ein kommerzielles Angebot wie etwa inOne nutzen, muss die Swisscom keine solchen Router zur Verfügung stellen – und wird das auch nicht tun.

Kann ich statt des Swisscom-Routers meinen eigenen verwenden?

Ja, dazu brauchen Sie die Zugangsdaten, die sogenannten SIP-Credentials. Diese gibt die Swisscom neuerdings bekannt, wie sie gestern mitteilte.

Was ist, wenn ich die Umstellung nicht allein schaffe?

Laut Swisscom ist die Umstellung in den meisten Fällen einfach. Redaktion Tamedia hat allerdings Kenntnis von mehreren Personen, die trotz telefonischer Unterstützung Mühe hatten. In einem Fall schickte die Swisscom einen Techniker vorbei, was der älteren Frau mit 142 Franken verrechnet wurde. Wer die Kosten übernimmt, ist laut Swisscom aber vom Einzelfall abhängig: Es liege im Ermessen des Mitarbeitenden an der Hotline, ob ein kostenloser Techniker nötig sei, heisst es. Vor allem «technisch nicht versierte Personen» erhielten kostenlos einen Techniker.

Bis wann muss ich die Umstellung geschafft haben?

Bis Ende Jahr sollen laut bisherigem Swisscom-Plan alle Kunden vom analogen Netz weg sein. Dieser Termin scheint aber nicht mehr ganz so sakrosankt zu sein. Neu lautet die Formulierung, dass «praktisch alle Privatkunden und der Grossteil der Geschäftskunden» bis Ende Jahr migriert sein sollen.

Was passiert dann?

Anfang 2018 beginnt die Swisscom, das analoge Netz ausser Betrieb zu setzen. Das passiert, indem die sogenannten TDM Ports, Leiterplatten, die sich an 1500 Standorten in der Schweiz befinden, ausgebaut werden. Bei der Abschaltung geht die Swisscom regional vor. Als Erstes sind folgende Regionen dran: Solothurn/Biel/Jura, Schaffhausen/Winterthur/Frauenfeld, Balsthal/Olten/Oberaargau/Gebiete im Aargau sowie der Grossraum Rapperswil-Jona/Glarus.

Was passiert mit Leuten, die bis dahin nicht gewechselt haben?

Laut Swisscom sollte es keine solchen Fälle geben. Bevor die Leiterplatten ausgebaut würden, werde sichergestellt, dass alle Kunden migriert wurden. «Es gibt aber veränderungsrenitente Leute», sagte Swisscom-Manager Döös. Für solche Fälle gebe es ein gegenseitiges Kündigungsrecht. Der Kunde habe einen Anspruch auf einen Anschluss. Auf welcher Technologie dieser basiere, schreibe die ab nächstem Jahr gültige Grundversorgung aber nicht mehr vor.

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