Stoffel fusioniert Valser Therme und überschuldetes Hotel

Der Bündner Immobilienunternehmer integriert das «7132 Hotel» mit der Zumthor-Therme in sein Unternehmen.

Über die Schweiz hinaus bekannt: Die von Peter Zumthor geschaffene Therme in Vals.

Über die Schweiz hinaus bekannt: Die von Peter Zumthor geschaffene Therme in Vals. Bild: Keystone

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Der Bündner Immobilienunternehmer Remo Stoffel integriert sein «7132 Hotel» mit der bekannten Therme im Bergdorf Vals in die Priora Suisse in Chur. Das Hotel steckt gemäss amtlich veröffentlichten Zahlen in den Schulden.

Wie aus der am Dienstag im Bündner Kantonsamtsblatt publizierten Mutationsnotiz hervorgeht, übernimmt die Priora Suisse AG in Chur die Aktiven und Passiven der 7132 AG in Vals. Gemäss Auszug stehen Aktiven von 109'819'054 Franken Passiven (Fremdkapital) von 153'696'207 Franken gegenüber.

Es lägen Rangrücktrittserklärungen im Umfang der Unterdeckung und der Überschuldung sowohl der übernehmenden als auch der übertragenden Gesellschaft vor, hiess es weiter. Rangrücktrittserklärungen kommen ins Spiel, um wegen Überschuldung nicht den Richter einschalten zu müssen. Mit dem Rangrücktritt verzichtet ein Gläubiger im Konkursfall auf die Begleichung einer Forderung.

Stoffel dementiert

Remo Stoffel liess auf Anfrage schriftlich ausrichten, er habe mit diesen Entscheidungen in der Schweiz einfache, klare Unternehmens-Strukturen geschaffen, um international industriell zu wachsen. Die Entscheide hätten mit dem Geschäftsgang der 7132 AG nichts zu tun.

Über die Finanzen seines Unternehmens will Stoffel generell nicht kommunizieren. Er teilte mit: «Als privat gehaltene Firma haben wir keine Veranlassung, uns zu einzelnen Unternehmen der Gruppe zu äussern. Ein privates Unternehmen muss die süssen Früchte des Unternehmenserfolges nicht mit der Öffentlichkeit teilen.»

Therme mit im Paket

Sozusagen mitfusioniert mit dem Hotel wird die bekannte Therme in Vals, geschaffen vom bekannten Architekten Peter Zumthor. Die Baute aus Platten des Valser Quarzit hatte Stoffel im März 2012 erworben. Die Umstände dieses Verkaufs sind in Graubünden immer noch Gegenstand einer Untersuchung durch einen ausserordentlichen Staatsanwalt.

Vor zwei Jahren stimmte die Gemeindeversammlung der Überführung der Therme in eine Stiftung der Gemeinde zu. Eine der Bedingungen damals: Stoffel behielt das Nutzungsrecht des Bades.

Die Fusion ist auch auf der Gemeindeverwaltung in Vals zur Kenntnis genommen worden. Gemeindepräsident Stefan Schmid sagte auf Anfrage, für die Gemeinde Vals ändere sich dadurch nichts, abgesehen davon, dass es im Zusammenhang mit den bestehenden Verträgen einen neuen Ansprechpartner gebe. (sda)

Erstellt: 12.03.2019, 17:55 Uhr

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